Motorrad Lieferprobleme

Teure Transporte nach Europa

Die Corona Pandemie hat vielschichtige Auswirkungen auf den globalen Handel. Im Moment sind Transporte von Asien nach Europa kostspielig und unpünktlich. Einzelne Modelle könnten so später als geplant kommen.

Die Container stapeln sich in den falschen Häfen und die Reedereien halten die Preise hoch! So lautet das knappe Statement eines Branchenvertreters zu den drohenden Lieferproblemen zu Saisonstart. Die Coronapandemie wirkt sich vielfältig und teilweise erstaunlich träge aber gnadenlos auf den globalen Handel aus. Im Moment ist es teuer und teilweise schwierig Ware von Asien nach Europa zu transportieren. Das geschieht im Falle der Motorradindustrie zum Großteil via Seetransport.

Containerpreise haben sich erhöht

Dabei setzt die Industrie seit Jahrzehnten erfolgreich auf Schiffe und Hochseecontainer. Diese Hochsee Container sind standardisiert und kommen als sogenannte 40-Fuß Container zum Einsatz. Im November 2020 bezahlte man für einen 40 Fuß Container für die Route von China nach Nordeuropa rund 2000 Dollar. Im Moment stellen die Reedereien dafür 9000 Dollar in Rechnung. Zusätzlich zu der dramatischen Preisentwicklung kommt aber auch noch die Unsicherheit dazu. Denn natürlich werden die begehrten Plätze gerne auch an Bestbieter verhökert.

Die Gründe für den Preisanstieg sind vielfältig. Eine Ursache liegt in der Logistik. Im März und April 2020 mussten aufgrund von Hafenschließungen in Europa einige Schiffe eine andere Route nehmen als geplant. Lieferungen von Motorrädern aber auch anderen Gütern wurden verändert und steuerten den "falschen" Hafen an. Somit landeten auch die Container im falschen Hafen, während die leeren Container sich im ursprünglichen Hafen stapelten. Zusätzlich dazu reduzierten die Reedereien natürlich ihre Kapazitäten um die Preise stabil zu halten. Die Auswirkungen von Corona auf den Welthandel waren aber offenbar geringer als befürchtet. Die Nachfrage nach Containertransporten stieg schneller an als geplant. Zusätzlich dazu fanden die Reedereien Gefallen an der Verknappung. Sie konnten mit weniger Transportvolumen mehr Geld verdienen. Sie erhöhen die Lieferkapazitäten nicht in jenem Maße wie es für die globalen Lieferketten nötig wäre.

Reedereien erfreuen sich an hohen Preisen für Containertransporte

Manche Branchen trifft diese Schieflage dramatisch. Lebensmittel stapeln sich zum Beispiel in den falschen Häfen. Denn für manche Unternehmen ist es mittlerweile attraktiver leere Container von Europa nach Asien zu schippern, als Sojabohnen quer über die Ozeane zu transportieren. Auch die deutsche Automobilwirtschaft hat Probleme Mikrochips in ausreichenden Mengen zu erhalten.

Kaum Auswirkungen für europäische Hersteller

So wie es im Moment aussieht trifft das in der Motorradbranche vor allem jene Hersteller welche ihre Fahrzeuge in Asien produzieren. Kaum betroffen sind im Moment die europäischen Hersteller. Offenbar haben sie jene Teile welche aus Asien angeliefert werden in ausreichender Menge bevorratet. Jedenfalls ist es schön zu sehen, dass trotz Pandemie die Werke produzieren und die Menschen Arbeit haben. Anders als im ersten Lockdown im Jahr 2020 laufen die Werke in Europa im Moment auf Hochtouren und die Neuheiten verlassen im Minutentakt die Förderbänder.

Lieferprobleme sollen sich im zweiten Quartal entspannen

Bei den japanischen Herstellern gestalten sich möglicherweise die ersten Monate als etwas holprig. Doch man ist sehr optimistisch, dass sich die Liefersituation im zweiten Quartal entspannt und alle Kunden ihre Fahrzeuge bekommen werden. Wenn auch nicht immer zu Ostern, aber zumindest bis Pfingsten sollte offenbar bei den relevanten Stückzahlbringen möglich sein. Also echte Probleme kriegen nur jene Kunden, welche die Saison gerne sehr früh starten und wirklich schon im März auf ihrem neuen Baby sitzen möchten. Doch diese Kandidaten haben in den letzten Jahren ohnehin schon ihre Erfahrungen gemacht. Wer ein begehrtes Motorrad oder einen begehrten Roller früh in der Saison übernehmen möchte, der muss den Kaufvertrag blind und ohne Probefahrt im Winter unterschreiben. Dieser Trend wird sich durch die aktuelle "Container-Krise" noch verstärken. An dieser Stelle vielen Dank an unsere treuen Leser und Abonnenten. Es freut uns sehr, dass ihr unserer Expertise vertraut und durch unsere Berichterstattung eure Traummotorräder findet und auch ohne Kaufvertrag kauft. Wir bleiben dran und bemühen uns weiterhin mit viel Einsatz um die Testmotorräder.

Bericht vom 05.02.2021 | 9.698 Aufrufe

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