Warum Biker einen Pickup brauchen

Truck yeah!

Von allen möglichen Auto-Varianten, die man als Zweiradfan haben kann, ist der ehrliche Pickup-Truck die passendste.

„Aber du brauchst ein Fahrzeug, das zu dir passt… Mit Stil, eins mit Charakter, verstehste? Ein Baby… Zum Liebhaben“ Filmfans kennen diesen vielleicht wahrsten Monolog, der jemals zum Thema Kraftfahrzeuge gesprochen wurde. Er stammt aus dem Munde von Kult-Akteur Ralf Richter, der ihn im nicht minder kultigen Ruhrpott-Streifen „Bang, Boom, Bang“ sprach.

Ein Fahrzeug, das zu dir passt…für die meisten von euch erfüllt das Bike zweifellos nicht nur dieses Attribut, sondern auch alle anderen aus dem Zitat. Alles also cool? Nein, oft nicht. Denn da gibt es ja die Tatsache, dass es für viele Lebenslagen einfach notwendig ist, ein rollendes Dach über dem Kopf zu haben – und möglichst viel Ladefläche dazu. Das bringt uns zum Pickup-Truck. Das nach Meinung mancher in der 1000PS-Redaktion einzige vierrädrige Fahrzeug, das wirklich Biker-würdig ist. Glaubt ihr nicht? Dann checkt unsere Gründe.

1. Der Coolness-Faktor

Wir könnten an diesem Punkt die Filmrolle weiterlaufen lassen, könnten auf jenen legendären „Unknown Stuntman“ verweisen, in dessen Filmkarriere einige GMC Sierra Trucks ihr Leben aushauchten. Doch selbst ohne Promiunterstützung steht eines fest: Pickups sind die wahrscheinlich coolste Autogattung unter der Sonne.

Sie brauchen keine Ausstattungspakete, keine sportlichen Linien. Sie müssen nicht einmal sonderlich gepflegt sein. Der Matsch darf dranhängen, die Ladefläche von Kratzern verunziert sein. Dennoch wird ein Pickup in einer beliebigen Autoschlage immer der lässigste sein. Image ist nichts? Na dann könntet ihr auf dem Bike ja eine x-beliebige Kombi aus dem Schlussverkauf tragen und nicht eine, die farblich zu eurem Bock passt. Überzeugt? Dann weiter zum nächsten Argument.

2. Der Vernunftfaktor

Ja, ganz genau, kein Vertipper: Pickups sind Vernunftfahrzeuge. Warum? Zum einen, weil es selbst mit brandneuen Modellen reichlich wenig Sinn und Spaß macht, auf die Tube zu drücken – eine Knucklehead kauft sich ja auch niemand, um damit über die Nordschleife zu rasen. Zum anderen, weil sie bei aller Coolness vor allem ein Nutzfahrzeug sind. Sie sind Arbeitstiere, die keine große Pflege benötigen, zumindest mit Dieselmotor auch relativ genügsam sind. Ihr müsst nicht putzen, müsst, wenn ihr die richtigen Reifen draufhabt, nicht einmal den halbjährlichen Wechsel der Saisonreifen absolvieren.

Zudem sind sie obendrein unheimlich wertstabil. Heißt, ihr müsst zwar auch beim Gebrauchtkauf etwas mehr hinlegen, benötigt deshalb wahrscheinlich einen Autokredit (günstiger als einer mit freier Verwendung). Dafür bleibt der Wert des Trucks aber lange erhalten. Glaubt Ihr nicht? Dann schaut mal auf einem Gebrauchtwagenportal, was dort beispielsweise ein uralter Toyota Hilux mit hunderttausenden Kilometern und kräftigem Rostansatz noch kostet.

3. Der Transport-Faktor

Habt ihr schon mal ein Motorrad per Hänger in die Werkstatt bringen müssen, weil es das aus eigenem Antrieb nicht mehr schaffte? Fahrt ihr vielleicht Enduros, die ebenfalls viele Tourenabschnitte auf dem Anhänger absolvieren? Je nach Strecke und Distanz sind das sicher keine prickelnden Erfahrungen – denn wer nicht täglich mit Hänger unterwegs ist, fährt damit nun einmal automatisch unsicherer. Das tritt nicht bloß beim Rückwärtsfahren auf.

Zudem ist gerade bei kleineren PKW der Anhänger meist nur eine Verlegenheitslösung – das Auto kann ihn zwar ziehen, wirklich Spaß macht das unterhalb von X5 oder E-Klasse-Kombi aber kaum. Dass immer Stütz-, Zug- und Anhängerlasten bedacht werden wollen, kommt noch hinzu.

Kommen wir zum Pickup und den vielen Gründen seines Transport-Faktors:

  1. Es gibt unterhalb von Sprintern keinen PKW, der eine derartig große Ladekapazität hat.
  2. Die Ladefläche ist nach oben weit offen. Kein vorheriges Messen, keine Millimeterarbeit beim Einladen.
  3. Für die allermeisten Pickups gibt es Hardtops. Die überdachen die gesamte Ladefläche, lassen sich aber binnen weniger Augenblicke auch wieder abnehmen.
  4. Egal mit welcher Beladung, Pickups fahren sich immer gleich – ohne Stützlastmathematik.
  5. Es gibt hinten keinen Teppich, kein Glas, keine empfindlichen Kunststoffteile. Nichts, auf das ihr beim Ein- und Ausladen sonderliche Rücksicht nehmen müsstet. 6.Der Markt hält eine Menge Auffahrrampen, Fixierschienen und dergleichen für Bikes vor, die sich simpel auf der Ladefläche befestigen lassen.

Gerade wenn ihr zur Riege der eingeschworenen Bike-Schrauber, Tuner und Restaurateure gehört, sollten euch diese Tatsachen zu denken geben. Vor allem solltet ihr aber auch übers Biken hinausdenken: Egal ob neue Couch, sperrige Baumarktware, schmutzende Gartenabfälle oder Großeinkäufe – auf dem Pickup könnt ihr alles einfach auf die Ladefläche packen und wegtransportieren. Und hinterher genügt immer der Hochdruckreiniger an der nächsten SB-Waschanlage und alles ist wieder sauber.

Übrigens: Anhängerkupplungen finden sich an Pickups meist dennoch. Bloß können die auch ordentlich was ziehen.

4. Der Allrad-Faktor

Es wirkt vielleicht nur wie ein Detail. In manchen Situationen macht es jedoch den Unterschied zwischen Weiterfahrt und Steckenbleiben aus – die Differenz zwischen den Antriebsformen Allradantrieb/4x4 und Vierradantrieb/4WD; das sind nämlich nicht nur Marketingbegriffe.

  • Vierradantrieb ist das, was bei den allermeisten SUVs verbaut wird und normalen PKWs, die von sich behaupten, dass alle Räder angetrieben wären. Dabei erfolgt der Kraftschluss meist über Rutschkupplungen, Flüssigkeiten usw. – also nicht fest.
  • Allradantrieb ist „the real Deal“. Die Räder sind über Zahnräder fest miteinander verbunden. Entweder permanent oder (häufiger) zuschaltbar.

Ersteres ist bloß komfortabel, letzteres hingegen ermöglicht das letzte Quäntchen Abtrieb selbst in Extremsituationen. Ratet mal, womit Pickups meist, sofern es sich nicht um (in Deutschland eher selten) reine Hecktriebler handelt, ausgestattet sind? Exakt – denn Pickups sind, auch wenn sie immer mehr zum Lifestyle-Fahrzeug werden, technisch wesentlich dichter an reinrassigen Geländewagen als an SUVs.

5. Der Steuer-Faktor

Großes Auto, großer Hubraum, Dieselmotor – bei derartigen Attributen stellen sich selbst Interessierte meistens mit Schrecken vor, welche Zahlungen sie deshalb alljährlich ans Finanzamt zu leisten hätten.

Zunächst müsst ihr euch schon deshalb nicht zu sehr vor den Steuern fürchten, weil es ja hier um moderne Trucks geht. Wir reden nicht von einem US-Diesel-Pickup aus den 90ern mit 6 plus X Litern Hubraum, für den ihr tatsächlich mehr als vierstellig im Jahr zahlen würdet.

Wie sprechen von Ford Ranger, VW Amarok, Nissan Navara und Konsorten. Bei rund drei Litern Hubraum endet bei denen in der Regel die Auswahlmöglichkeit bei den Motoren. Und dann müsst Ihr ja auch noch einen kleinen steuerlichen Kniff bedenken: Nutzfahrzeug.

Folgendes: Das Finanzamt schaut sich sehr genau an, was der konstruktive Primärnutzen eines Fahrzeugs ist. Bei einer viertürigen Limousine ist das klar, Personentransport. Aber beim Pickup? Da verschwimmen die Grenzen. Hier der Trick: Solange ihr einen Pickup wählt, bei dem die Transportfläche klar größer ist als die Kabinenfläche und der inklusive Fahrersitz weniger als vier Sitzplätze hat, habt ihr bei vielen Zulassungsstellen (leider arbeiten die bekanntermaßen deutschlandweit sehr uneinheitlich) gute Chancen, den Truck als LKW offener Kasten <3,5 Tonnen, nicht als PKW, zugelassen zu bekommen. Lest euch dazu durch, was der Zoll dazu schreibt. Etwas komplex zwar, aber darauf könnt ihr euch berufen.

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Bericht vom 08.04.2020 | 200 Aufrufe

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