Die Probefahrt vor dem Motorradkauf

Das solltest du wissen

Wenn du unsere Tipps für das erste Motorrad beherzigt hast und das von dir favorisierte Modell bereits im Stand bei dir punkten konnte, steht der nächste Schritt vor dem Kauf an: die Probefahrt. Diese dient dazu, dass du ein Gefühl für die Maschine bekommst und möglicherweise nicht auf den ersten Blick erkennbare Mängel entdeckst. Dabei gibt es eine ganze Menge zu beachten. Die Probefahrt vor dem Motorradkauf: Das solltest du wissen.

Generelles zu einer Probefahrt mit dem Motorrad

Da du dein Motorrad im Rahmen einer Probefahrt gut kennen lernen sollst, nimmt du dir reichlich Zeit dafür. Plane mindestens eine halbe Stunde ein und nenne deinen zeitlichen Wunsch bereits bei der Terminvereinbarung. Damit dir der Verkäufer seinen Besitz erst mal für die Dauer der Probefahrt überlässt, händigst du ihm deinen Personalausweis aus. Jener sollte genügen, doch manche Motorradverkäufer sind besonders vorsichtig und machen das Hinterlegen eines dem Bike-Wert entsprechenden Pfands zur Bedingung.

Gestalte deine mindestens 30-minütige Probefahrt unbedingt abwechslungsreich und wähle dabei den normalen Straßen-, aber nicht den Berufsverkehr. Dabei sein sollten auch Abschnitte, auf denen du schneller fahren kannst. Falls sich Fragen während der Probefahrt ergeben, sollte der Verkäufer selbst dabei sein. Ist dies nicht möglich, kannst du vielleicht einen Begleiter auftreiben, der sich mit Bikes auskennt.

Denk auch daran, dir vor der Probefahrt alle Papiere geben zu lassen. Nur so kannst du überprüfen, ob die Motorraddaten mit jenen aus den Papieren identisch sind. Zudem solltest du das Fahrzeug kalt starten, um das Verhalten während des Starts authentisch beurteilen zu können. Und schließlich sind auch Pausen ein Muss, die dir eine ausführliche Inspektion des Motorrads ermöglichen.

Rechtliche Aspekte zur Probefahrt auf einem Bike

Dass du als Motorradfahrer einen Tarif mit einem idealerweise umfangreichen Versicherungsschutz abschließen musst, weißt du sicherlich. Doch wie ist die Lage eigentlich, wenn du während der Probefahrt Schäden am Motorrad verursachst? Dass du ein Motorrad zur Probe fährst, musst du deiner Kfz-Versicherung nicht explizit kommunizieren.

Gerichtsurteile weisen darauf hin, dass der am Bike Interessierte – in diesem Fall also du – bei grober Fahrlässigkeit für den Schaden haften muss.

Von der Haftung ausgeschlossen sind demnach Schäden durch leichte Fahrlässigkeit. Sei dem Verkäufer aber nicht böse, wenn er deine Haftung auch bei leichter Fahrlässigkeit im Vorfeld der Probefahrt schriftlich festhalten möchte. Solltest du einen Motorradschaden grob fahrlässig verursachen, kann der Verkäufer Haftpflicht- und Kaskoschäden wie Rückstufungsschäden und Selbstbeteiligung von dir zurückverlangen. Denkbar sind auch die Kosten für den Nutzungsausfall, der mit einer Reparatur des Fahrzeugs verbunden ist.

Vom Motor bis zum Getriebe: Darauf gilt es zu achten

Wenn du den Motor anlässt, solltest du auf einiges achten. Länger als 5 Sekunden dauert das Anspringen idealerweise nicht und auch im Standgas sollten keine Auffälligkeiten zu beobachten sein. Lausche auch genau den Geräuschen: Wimmern und Pfeifen sollten nicht zu hören sein! Schau dir zudem den Ölstand an. Ist er sehr niedrig, verbraucht die Maschine möglicherweise viel Öl. Insbesondere helles Öl verweist darauf, da jenes noch recht jung ist. Mit Blick auf den Motor, die Kupplung sowie das Getriebe solltest du dich weiteren Aspekten widmen:

  • Wie leicht kannst du die Kupplung betätigen und Gänge einlegen?
  • Machen Auspuff oder Getriebe seltsame Geräusche?
  • Wie verhält sich der Motor, wenn du aus niedrigen Drehzahlen hochdrehst?

Unerwünschte Antworten auf derartige Fragen weisen meist auf abgenutzte oder falsch eingestellte Teile hin. Reparaturen können kostspielig sein, so dass du den Preis herunterhandeln oder den Motorradkauf ganz verwerfen solltest. Mitunter lassen sich Ersatzteile fürs Motorrad günstig besorgen, doch du musst abwägen, ob es sich lohnt. Dies betrifft natürlich nicht nur den Motor oder das Getriebe. Auch das Fahrwerk, die Bremsen und andere Komponenten können während der Probefahrt Schwächen offenbaren. Hier kann dir ein fachkundiger Beifahrer gute Dienste leisten, weshalb ein solcher – wie bereits erwähnt – unbedingt dabei sein sollte.

Fazit: Motorrad nie ohne Probefahrt kaufen

Wer ein Motorrad kaufen möchte, sollte dies niemals tun, ohne eine Probefahrt absolviert zu haben. Während dieser mindestens 30 Minuten langen Fahrt können interessierte Käufer Schwachstellen entdecken und ein Gefühl für die Maschine entwickeln. Die Versicherung muss über eine Probefahrt nicht unterrichtet werden, bei grob fahrlässig herbeigeführten Schäden am Bike haftet aber der zur Probe fahrende Kaufinteressent.

Autor

Bericht vom 31.05.2019 | 3.004 Aufrufe

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