Die Feuerwehr im Einsatz

Die Feuerwehr im Einsatz

Auf dem Motorrad und im Auftrag der Kommune

Seit dem Jahr 2015 ist die Freiwillige Feuerwehr Halle-Büschdorf eine kleine Besonderheit. Seit April 2015 nämlich sind die Floriansjünger dieser Wehr nicht mehr nur mit großen Gefährten unterwegs, sondern auch auf motorisierten Zweirädern, oder um genauer zu sein: auf orange-gelben Motorrädern.

Die Motorräder tragen die Aufschrift „Notfall-Rettung“ und sie sind Teil der neuen Motorradstaffel der Freiwilligen Feuerwehr Halle-Büschdorf. Der Einsatzbereich der Motorrad-Feuerwehr war bereits in der Anfangszeit klar geregelt: Die Motorradstaffel soll Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr unterstützen – und zwar vor allem dann, wenn das Verkehrsaufkommen extrem hoch ist. Zudem fährt die Motorrad-Wehr „Patrouille“ – und zwar mit einer feuerwehrtechnischen und rettungsdienstlichen Ausbildung im Gepäck. Diese Entwicklung sollte nicht nur dazu ermuntern, die Motorradstaffel in der Riege der Motorradfahrer zu begrüßen, sondern auch den Blick freigeben auf die vielen Aufgaben, mit denen die Helfer bereits heute betraut sind.

Die Notfallrettung löst mit Abstand die meisten Einsätze aus

Mit einem Blick auf die Einsatzstatistik des Deutschen Feuerwehr-Verbandes wird klar, warum die FFW Halle-Büschdorf gerade im Bereich Notfall-Rettung aufgestockt hat, denn mit 2.239.185 Einsätzen im Jahr 2016 ist der Bereich Notfallrettung der häufigste Einsatzgrund für die Feuerwehren im Land. Zum Vergleich: Auf Rang 2 liegen technische Hilfeleistungen mit 577.770 Einsätzen im Jahr 2016. Dahinter folgen 489.116 Krankentransport-Einsätze, 205.443 Fehlalarmierungen, 179.083 Brände und Explosionen sowie 39.472 Tierrettungen.

Nicht minder interessant ist die Tatsache, dass einzig und allein im Bereich Notfallrettung ein Aufwärtstrend der Zahlen zu beobachten ist:

Im Jahr 2000 waren es 1.556.792 Einsätze.

Im Jahr 2005 waren es 1.760.863 Einsätze.

Im Jahr 2010 waren es 2.077.926 Einsätze.

Im Jahr 2015 waren es 2.054.766 Einsätze.

In vielen anderen Einsatzszenarien lassen sich hingegen eher rückläufige Zahlen oder eine Aufwärts- und Abwärtskurve beobachten.

Vor allem Freiwillige sind als Aktive im Einsatz

Von den 1.316.583 Mitgliedern einer Feuerwehr, die die Statistik für das Jahr 2016 dokumentiert hat, sind die meisten ehrenamtliche, aktive Feuerwehrleute. 995.341 Mitglieder stammen aus Freiwilligen Feuerwehren und nur 31.700 aus Berufsfeuerwehren. Die übrigen Mitglieder stammen aus der Jugendfeuerwehr (257.239) und der Werkfeuerwehr (32.303). In diesem Bereich zeigt sich vor allem ein Trend, der besorgniserregend ist: Die Zahl der freiwilligen Floriansjünger ist rückläufig. Im Jahr 2000 waren es noch über eine Million Aktive (1.069.765). Seither befindet sich die Anzahl der freiwilligen Akteure im Sinkflug; die Zahl der Berufsfeuerwehrleute muss – nicht zuletzt als notwendige Konsequenz daraus – steigen. Im Jahr 2000 lag die Zahl der Berufsfeuerwehrmitglieder noch bei 26.020.

Der Brandschutz ist Aufgabe der Kommune

Der Brandschutz gehört in die Kategorie der pflichtigen Selbstverwaltungsaufgaben einer Kommune. Das heißt: Die Kommune hat keine Entscheidungsgewalt darüber, OB sie sich um den Brandschutz in einer Kommune kümmert, sondern lediglich WIE. In der Praxis haben bereits die erwähnten Zahlen verraten, wie der Brandschutz gewährleistet wird: über Freiwillige. Und eben diese sind mit einer großen Portion an PS ausgestattet, um adäquat helfen zu können. Der Hersteller Rosenbauer führt im Bereich der Kommunalfahrzeuge beispielsweise diese vier Fahrzeugtypen:

  • Die Hilfeleistungslöschfahrzeuge mit AT (Advanced Technology) sind mit Blick auf ihre Historie ein wahrer Klassiker. Bereits seit 20 Jahren hat sich der AT bewährt. Jedes der 5.000 Einsatzfahrzeuge dieses Typus hat vom Hersteller Neues abverlangt; technische Innovationen kamen auch bei diesem Fahrzeug nicht zu kurz. In puncto Schnelligkeit, Sicherheit und Umweltschutz soll dieses Modell der Vorreiter sein. Diese Fahrzeuge bewegen sich im Gewichtsbereich zwischen zehn und 20 Tonnen.
  • Die Einsatzfahrzeuge mit ET (Efficient Technology) sind zwischen 12 und 20 Tonnen verfügbar. Das Standard-Feuerwehrfahrzeug mit Komponenten und Ausführungen, die sich variabel auf die individuellen Gegebenheiten und Örtlichkeiten anpassen lassen, gibt es mit Chassis aus dem Hause Rosenbauer, aber auch von Renault, Scania, Volvo, MAN und Mercedes-Benz. Ein Leichtgewicht – trotz mächtig viel Equipment – ist der ET aufgrund der Bauweise mit Aluminiumblechen.
  • Der CL (Compact Line) ist das kompakte Modell, das sich zwischen dreieinhalb und 13 Tonnen bewegt. Dieses Feuerwehrfahrzeug stellt der Hersteller als Kastenwagen und mit einem Leichtaufbau zur Verfügung. Häufig kommt als Fahrgestell der Sprinter aus dem Hause Mercedes-Benz zum Einsatz. Zwischen 12 und 33 Tonnen sind beim CBS Kommunal (Customized Body System) möglich. Der Aufbau ist modular, was das Fahrzeug so individuell wie möglich werden lässt. Stück für Stück wird für die jeweilige Kommune genau das Fahrzeug konzipiert, was für den Einsatz vor Ort geeignet ist. Die Bauweise basiert auf Aluminium, was das Fahrzeug im Gesamten recht leicht werden lässt.

Welches Fahrzeug für eine Freiwillige Feuerwehr die richtige Anschaffung darstellt, ist abhängig davon, wie der Ort strukturiert ist und, wie groß der Einsatzbereich ist.

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Bericht vom 08.01.2019 | 281 Aufrufe

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