Yamaha European Technician Grand Prix 2018

Yamaha European Technician Grand Prix 2018

Zwei Frauen machen in der Werkstatt die Männer platt!

Viele Frauen wünschen sich (zu Recht) mehr Gleichberechtigung – warum etwa verdienen Frauen oftmals für die gleiche Arbeit weniger Geld?! Oder warum werden Frauen in typischen Männerberufen immer noch belächelt, nach dem Motto: „Die sind doch viel zu schwach!“ Zumindest zwei Frauen holen sich ihre ganz persönliche Gleichberechtigung als Mechatronikerinnen bei Yamaha – und versägen auch gleich beim European Technician Grand Prix 2018 unzählige Männer!

Wer sein Motorrad pflegt, hat länger Spaß daran. Stimmt, keine Widerrede. Aber was, wenn ein kleiner Defekt den Spaß trübt? Oder gar ein kleines oder größeres Hopperla die weitere Fahrt verhindert? Dann muss der Liebling, sofern der Besitzer nicht gerade Mechatroniker ist, in die Werkstatt. Und da wartet zumindest im Falle einer Yamaha-Vertragswerkstatt ausgezeichnet geschultes Personal - mit etwas Glück sogar Österreichs oder Deutschlands beste Yamaha-Mechanikerin!

Den European Technician Grand Prix gibt es bereits seit 16 Jahren

Denn seit nunmehr 16 Jahren veranstaltet Yamaha den European Technician Grand Prix, seit einigen Jahren sogar regelmäßig im Zweijahres-Rhythmus. Dass sich diese Sache in den letzten Jahren zu einem fixen Bestandteil in der Schulungs-Philosophie bei Yamaha entwickelt hat, ist kein Zufall, das System trägt gewaltige Früchte, das Niveau der Mechatroniker ist durch diese Art der Ausbildung enorm gestiegen. Vor allem der Weg der Online-Schulungen und -Tutorials hat sich als sehr zielführend erwiesen, bereits ein sehr hoher Prozentsatz der Yamaha-Mechatroniker hat den Silberstatus, also eine sehr hochwertige Fertigkeit erlangt, der Broncestatus ist dafür Voraussetzung.

Nicht alle Hersteller legen Wert auf gut geschultes Personal

Zwar haben auch andere Hersteller ähnliche Schulungsprogramme, die natürlich auch sehr gut funktionieren und somit ein ebenfalls hohes Maß an Qualität bietet. Allerdings gibt es immer noch Hersteller, die im Frühjahr 2018 erstmals eine Schulung der 2015er-Modelle durchführen oder Hersteller, die den Mechanikern, die dann Reparaturen an den Fahrzeugen durchführen sollen, erklären, wie toll der neue Motor doch funktioniert oder wie schön das geänderte Design ist – also Dinge, die für den Mechaniker klarerweise nicht wirklich wichtig sind.

Der European Technician Grand Prix wird von Yamaha nicht ganz uneigennützig veranstaltet

Interessant ist natürlich auch die Tatsache, dass durch die Tutorials das Niveau der Yamaha-Mechatroniker weltweit auf einem sehr ähnlich hohen Niveau liegt. Ganz uneigennützig veranstaltet Yamaha diesen Wettbewerb natürlich nicht, denn durch die Motivation und ausgezeichnete Schulung der Mechaniker bekommt der Konzern ein nachhaltig besseres Image durch die professionellen Reparatur-Abwicklungen. Insgesamt ein sehr löblicher Hintergedanke, denn auch die Händler und Werkstätten selbst profitieren davon und sparen zusätzlich auch noch Kosten, die bei schludrigen, oder förmlicher ausgedrückt bei unsachgemäßen Reparaturen durch die Nachbesserungen entstehen würden.

Das große Ziel ist der World Technician Grand Prix

Der Faktor Zeit ist bei den einzelnen Übungen des Eeuropean Technician Grand Prix hingegen nur zweitrangig, die Aufgaben in rund 45 Minuten zu schaffen, ist ohnehin kaum möglich, wichtiger ist für die Prüfer zu sehen, wie organisiert und genau die Teilnehmer arbeiten. Die ersten drei des Wettbewerbs fahren im Übrigen im Oktober 2018 für die Endausscheidung zum World Technician Grand Prix nach Japan, wo sie sich beim World Technician Grand Prix mit 37 anderen Talenten messen und um den "Weltmeistertitel" kämpfen.

Der European Technician Grand Prix als Zeichen der Gleichberechtigung

Der European Technician Grand Prix ist, wie bereits erwähnt, auch ein Zeichen der Gleichberechtigung – sowohl aus Österreich als auch aus Deutschland trat jeweils eine Frau bei dem Wettbewerb an. In Österreich war es die 22 Jahre junge Johanna Höller, die vor sieben Jahren ihre Lehre als KFZ-Technikerin begann und mittlerweile die Werkstattleitung übernommen hat (mehr über Johanna am Ende des Berichts). Die deutsche Maja Walter konnte sich ebenfalls gegen zahlreiche Männer durchsetzen, was belegt, dass man als Mechatroniker eben nicht bloß schiere Kraft sondern viel mehr Köpfchen und Geschick benötigt. Als besondere Anerkennung für ihre Leistung, Deutschland beim European Technician Grand Prix zu vertreten, war es Yamaha Deuschland sogar einen ordentlichen Preis im Vorfeld wert: Eine nagelneue Yamaha MT-07 mit einer Vielzahl an Zubehör darf sie nun ihr Eigen nennen.

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Johanna ist schon wieder ganz im Trainingsmodus...

Und wie ging es für die beiden Damen beim Wettbewerb aus? Nun, sie erreichten zusammen mit 12 anderen Teilnehmern den ausgezeichneten vierten Platz, nur die ersten drei, die zur weltweiten Ausscheidung fahren dürfen, wurden namentlich erwähnt, Ville Sundberg aus Finnland, Alan Simmonds aus den Niederlanden und Adrien Cousin aus Frankreich. Eine sehr nette Geste, immerhin gaben sie alle ihr Bestes und das Niveau war erwartungsgemäß auf einem sehr gleichwertig hohen Level. Johanna und Maja haben dann in zwei Jahren wieder die Chance, am European Technician Grand Prix teilzunehmen und sich für die weltweite Ausscheidung zu qualifizieren. Johanna ist schon wieder ganz im Trainingsmodus - das Ganze macht offensichtlich auch eine ganze Menge Spaß!

Selberschrauber aufgepasst!

Ach ja, für alle "Selberschrauber", die keine fundierte Ausbildung haben, sei hilfreich und warnend erwähnt: Man kann bei Yamaha ohne Probleme Werkstatt-Handbücher erwerben, die sind also kein großes Geheimnis. Allerdings haben die Teilnehmer des European Technician Grand Prix schon sehr oft die Erfahrung gemacht, dass bei solchen Motorrädern dann immer besonders viel zu reparieren ist...

Wer ist Johanna Höller?

Johanna Höller wurde am 11. März 1996 geboren und ist in Eberschwang (Oberösterreich) aufgewachsen. Es folgte die obligatorische Volksschule, anschließend vier Jahre im Gymnasium in Ried und ein Jahr BORG. Sie ist mit vier Brüdern und einer Schwester aufgewachsen - und wurde schon sehr früh zur Technik hinerzogen. Ab 2011 absolvierte sie ihre Lehre als KFZ-Technikerin mit Zusatzmodul Systemelektronik bei Ginzinger in Ried und schloß die Berufsschule jedes Jahr mit Auszeichnung ab. Die Lehrabschlussprüfung im Juli 2015 absolvierte sie mit gutem Erfolg. Danach arbeitete sie ein Jahr als Geselle, erlangte die Unternehmerprüfung und übernahm im August 2016 die Werkstattleitung. Im Dezember 2017 war sie bei der Yamaha Silber-Zertifizierung in Zagreb. Wer an Motorrädern schraubt, fährt sie offensichtlich auch gerne, seit 2016 ist sie hobbymäßig unheimlich gerne auf der Rennstrecke unterwegs, ihr „Arbeitsgerät“ dafür ist eine Yamaha YZF-R6 und in Kürze nimmt sie sogar am Bergrennen in Landshaag teil.

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Bericht vom 06.04.2018 | 7.748 Aufrufe

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