Angespannte US-EU-Handelsbeziehungen

Angespannte US-EU-Handelsbeziehungen

Drohen Konsequenzen für den Motorradsektor?

Die europäische Vereinigung von Motorradherstellern (ACEM) zeigt sich zutiefst besorgt bezüglich kürzlich erschienener Presseaussagen, die von den amerikanischen und europäischen Behörden in Bezug auf US-Importe von Stahl und Aluminium getroffen wurden. Man teilt zwar die Gründe hinter der potenziellen Vergeltungshandlung durch die EU im Falle einer Erhöhung der Zolltarife für importierten Stahl und Aluminium seitens der Vereinigten Staaten. Jedoch würde die Motorradindustrie, wenn sie in diesen Handelsstreit miteinbezogen würde, schwerwiegend geschädigt werden.

Dezidiert wurde natürlich Harley-Davidson als eines der leidtragenden Unternehmen für die Vergeltungsmaßnahmen durch die europäischen Behörden genannt. ACEM hat sich an die EU gewandt und betont, dass, während die Industrie die Gründe hinter der Absicht der EU versteht, hart und schnell zu reagieren. Eine potenzielle Zunahme von Zollkosten bei amerikanischen Exporten von Motorrädern würde aber nicht nur den amerikanischen Firmen schaden, sondern sich auch negativ auf die europäische Wirtschaft und Arbeitsplätze auswirken.

Es könnte auch darauf hinauslaufen, dass die US- Verwaltung Vergeltungszolltarife auf europäische Exporte einführt. Insgesamt könnte dies zu beträchtlichen negativen wirtschaftlichen Auswirkungen und Arbeitsplatzverlusten für den Motorradsektor sowohl in den Vereinigten Staaten, als auch in Europa, besonders in Bereichen wie der Herstellung und des Vertriebs von Fahrzeugen, Teilen und Komponenten führen.

Stefan Pierer, Geschäftsführer der KTM AG und Präsident von ACEM:

,,Motorradhersteller sind globale Spieler, die sich zu freien und fairen Handelsabkommen verpflichtet sehen. Die Vereinigten Staaten und die EU sollten zusammenarbeiten, um internationalen Handel und die Einheitlichkeit des Regelwerkes zu erleichtern und es durch das Übernehmen einseitiger und politisch motivierter Maßnahmen nicht auch noch einzuschränken.’’

Antonio Perlot, ACEM Generalsekretär:

,,Die EU ist ein Schlüsselmarkt für amerikanische Motorradmarken. Aber die Vereinigten Staaten sind auch Europas erster Handelspartner im Motorradsegment. Wir vertrauen darauf, dass amerikanische und europäische Behörden vermeiden werden, eine Welthandelseskalation auszulösen, die, für die Motorradindustrie auf beiden Seiten des Atlantiks äußerst schädlich sein könnte.’’

Eine Einigung wäre mehr als wünschenswert!

Wie wichtig die Motorradindustrie für beide Seiten ist, belegen einige Zahlen deutlich: Ungefähr 156.000 Jobs hängen vom Motorrad, dem Moped, der Dreirad- und L-Kategorie-Vierradindustrie in der EU ab. Gemäß EUROSTAT-Zahlen haben sich die EU-Exporte von Motorrädern in die Vereinigten Staaten 2016 auf 483,1 Millionen Euro belaufen, dies entspricht 29,1 % aller europäischen Motorradexporte. Außerdem haben EU-Unternehmen 139,6 Millionen Euro in Form von Motorradteilen und Komponenten nach Amerika (30,8 % der Gesamtsumme) exportiert. 2016 waren die Vereinigten Staaten der erste Bestimmungsort für europäische Exporte von Motorrädern sowie von Teilen und Komponenten.

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Bericht vom 08.03.2018 | 8.480 Aufrufe

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