Yamaha MT-09 2017 Testbericht, Bildergalerie und Video!

Yamaha MT-09 2017 Testbericht, Bildergalerie und Video!

Die Evolution des ultimativen Funbikes

Was für ein herrliches Motorrad - dachte ich schon bei der ersten Auflage der Yamaha MT-09: Sportlich aufrechte Sitzposition, agiles Handling und ein Dreizylindermotor, der vor Kraft nur so strotzt. Mit dem Update des Motormanagements wurde das Ansprechverhalten verbessert und nun steht die erste große Überarbeitung mit modernen Gimmicks und einem atemberaubenden Design in den Startlöchern. Nur so viel vorweg: Die neue MT-09 bleibt ein ultimatives Funbike!

Dreizylinder sind selten, mit MV Agusta, Triumph und Yamaha wagen sich gerade mal drei Hersteller an die interessante Alternative zu den gängigen Zwei- und Vierzylindern im Naked Bike-Segment. Einerseits verwunderlich, dass sich nicht mehr Motorräder mit drei Töpfen auf dem Markt tummeln, andererseits durchaus posotiv, dass der Dreizylinder dadurch exklusiv und außergewöhnlich bleibt. Einen sehr großen Anteil an diversen Lobeshymnen auf den Dreizylinder hat jenes 847 Kubik große CP3 (Crossplane-Dreizylinder) -Triebwerk, das seit 2013 die Yamaha MT-09 befeuert.

Das herrliche Triebwerk der Yamaha MT-09

Von Beginn an waren die 115 PS bei 10.000 Umdrehungen nur am Papier 115 PS, im echten Leben fühlen sie sich deutlich kräfiger, weil unglaublich agil und antrittsstark an. In der ersten Generation übertrieb es Yamaha im starken Leistungsmodus viellicht noch mit einer fast schon unkontrollierbar brachialen Leistungsentfaltung, durch das letzte Update wurden die Modi aber etwas entschärft, der seither stärkste A-Modus entspricht dem sanfteren Modus der ersten Serie. Aber keine Angst, falls das nun etwas weichgespült klingen mag - die MT-09 ist nach wie vor eine herrlich spaßorientierte Giftspritze, die den Fahrer nur ungern gemütlich und langweilig dahinbiúmmeln lassen möchte.

Was für ein herrliches Motorrad - dachten wir schon bei der ersten Auflage der Yamaha MT-09: Sportlich aufrechte Sitzposition, agiles Handling und ein Dreizylindermotor, der vor Kraft nur so strotzt. Mit dem Update des Motormanagements wurde das Ansprechverhalten verbessert und nun steht die erste große Überarbeitung mit modernen Gimmicks und einem atemberaubenden Design in den Startlöchern. Nur so viel vorweg: Die neue MT-09 bleibt ein ultimatives Funbike!

Feinschliff an der neuen MT-09

Und nun steht für 2017 ein noch stärker überarbeitetes Modell in den Startlöchern, das technisch und vor allem optisch an den genau richtigen Stellen angepackt wurde. Technisch hatte natürlich das Trimmen auf die strengere Euro4-Abgasnorm Priorität, das Mapping wurde also erneut überarbeitet - und beschert der MT-09 für 2017 ein nochmals verbessertes Ansprechverhalten. Dank dem, bei Yamaha Y-CCT genannten Ride-by-Wire-System ist es zwar auch möglich, die MT-09 ohne Ruckeln ganz untertourig aus dem Drehzahlkeller heraus geschmeidig hochzudrehen, ihre wahre Bestimmung ist allerdings nach wie vor das Ausdrehen ab der bauchigen Mitte. Denn erst so bekommt man dieses gewisse Gänsehaut-Gefühl, das aus enormem Antritt, spielerischer Kontrollierbarkeit und röhrendem Dreizylinder-Sound resultiert.

Achtet auf das alte Motormanagement!

Dabei spreche ich freilich" nur" für rund 95 Prozent der Motorradfahrer, es gibt auch so manche „Schmerz-Junkies“,, die den fast schon unkontrollierten Punch der ersten MT-09-Generation schätzen. All jenen möchte ich ans Herz legen, dass sie doch bitte möglichst gut auf ihre „Ur-MT-09“ achten mögen, denn wenn erst einmal das sanftere Mapping aufgespielt wird, läßt es sich nicht mehr rückgängig machen und diese fast schon unbändige Leistungsexplosion wäre für immer verloren.

Noch kontrollierbareres Ansprechen auf der neuen Yamaha MT-09

Wer aber die leicht entschärfte MT-09 der neuesten Generation möchte, bekommt gleich drei neue Features, die den Spaß auf dem agilen Funbike einfacher und sogar sicherer machen. Zum einen bietet die neue Anti-Hopping-Kupplung ein sehr sensibles Ansprechen, das mir auf den leider permanent nassen Straßen bei der Präsentation auf Palma de Mallorca auch beim sportlich schnellen Herunterschalten vor Kurven ein sicheres Gefühl am Hinterrad vermittelte. Zum anderen gibt es nun erstmals eine Traktionskontrolle auf der MT-09, die sich in zwei Stufen verstellen oder ganz deaktivieren lässt.

Ganz neu mit Traktionskontrolle

In Stufe 2 werden alle Aktivitäten des Hinterrads, die nicht direkt für eine kontrollierte Fahrt stehen, im Keim erstickt - diese Stufe empfehle ich daher für alle (Über-)Vorsichtigen oder bestenfalls für den Fall, dass man nach einer herrlichen Tages-Wetzerei in einen Regenguss kommt und die letzte halbe Stunde Fahrt einfach nur noch sicher herunterspulen möchte. Für alle anderen Situationen empfehle ich hingegen die Stufe 1, die eine Menge Spaß wie auch Wheelies (die im Übrigen auf der MT-09 wie am Laufband produziert werden können) erlaubt und erst eingreift, wenn der Fahrer die Fuhre wirklich nicht mehr selbst einfangen könnte.

Serienmäßiger Quickshifter QSS aus der Yamaha R1

Hinzu kommt nun ein serienmäßiger Quickshifter (QSS), der das Hinaufschalten ohne Kupplungseinsatz, oder besser ohne Lupfen des Gasgriffs auf äußerst präzise Weise ermöglicht. Das Herunterschalten muss noch wie gewohnt mit der Kupplung gemacht werden, aber wir sprechen bei der MT-09 von einem vergleichsweise günstigen Mittelklasse-Naked Bike, das ohnehin schon viel mehr kann, als in dieser Preisklasse Standard ist.

Die perfekte Bremsanlage für ein Funbike wie die MT-09

Die Bremse arbeitet ebenfalls auf dem Niveau, wie man es von einem Motorrad erwarten darf, das vorrangig für sportlichen Spaß gebaut wurde: Die Doppelscheiben-Anlage mit 298 Millimeter Durchmesser lässt sich ausgezeichnet dosieren und packt kräftig, aber noch nicht brachial zu und das ABS regelt sehr feinfühlig, also kaum merkbar. Sehr fein auch, dass der Bremshebel in der Weite verstellt werden kann. Weniger fein, dass dies bei der Kupplung nicht geht, allerdings vertraut Yamaha traditonell auf einen Seilzug, der sich bei der MT-09 sehr einfach und transparent bedienen lässt.

Voll verstellbare Upside-Down-Gabel

Sehr erfreulich ist an der neuesten MT-09-Generation auch, dass nun die vordere Upside-Down-Gabel mit nach wie vor 41 Millimeter Durchmesser voll verstellbar ist. Druck- und Zugstufe in jeweils einem Gabelholm und Federvorspannung lassen zusammen mit dem in Federvorspannung und Druckstufe verstellbaren hinteren Mono-Federbein eine optmale Anpassung an die persönlichen Bedürfnisse zu.

Die offensichtliche (R)Evolution: Das neue Design der MT-09

Bei all den feinen Technik-Updates, die auffälligste und wichtigste Änderung an der MT-09 für 2017 betrifft die Optik. Vor allem Front und Heck präsentieren sich völlig neu und modernisiert, nun endlich in einem aggressiven Stil, der den Fahrleistungen dieses quirligen Dreienders auch gerecht wird. Mir persönlich gefällt die neue Gestaltung an der Front sogar besser als bei der großen, und eigentlich noch prestigeträchtigeren Schwester MT-10, denn dieser zusammengekniffene, böse Blick der MT-09 wirkt stimmiger und edler als die klobig verkleideten Linsen im Plastik-Look auf der MT-10. Die niedrige Anbauhöhe der neuen Voll-LED-Leuchten erinnert mich ein wenig an die Kawasaki Z1000 oder die KTM 1290 Super Duke R - beide nicht unbedingt als langweilige Designentwürfe bekannt. Der Windschutz ist in Kombination mit dem kleinen, typisch MT-09 aus der Mitte gerückten Armaturenträger nicht sonderlich gut, wer aber auf einem Naked Bike einen Top-Windschutz erwartet, hat die Bestimmung dieser Motorradgattung ohnehin nicht ganz verstanden.

Mehr als 50 Tuning-Teile ab Werk für die Yamaha MT-09

So erfreut man sich stattdessen an einer minimalistischen Auslegung, die am Heck ihren Höhepunkt erfährt - der Kennzeichenträger verschwindet völlig von der Heckverkleidung und wandert in einen Alu-Ausleger, der an der Schwinge montiert ist. Ob das nun hübscher ist, sei dahingestellt, zum martialischen Auftritt passt es jedenfalls äußerst gut. Außerdem gubt es ohnehin ab Werk über 50 Zubehörteile, die mit den zuvor genannten „Mängeln“ tadellos fertig werden: Windschilde in verschiedenen Höhen, ein herkömmlich am Heck montierter Kennzeichenhalter und viele weitere Individualisierungs-Möglichkeiten sowie auch praktische Gimmicks wie etwa eine Komfortsitzbank oder Gepäcksysteme sind mit dabei.

Armautren komplett aber nicht ganz optimal ablesbar

An den Armaturen lässt sich hingegen nichts ändern, was beim Umfang mit Tacho, Drehzahlmesser, Ganganzeige und allen gängigen Features auch nicht notwendig wäre. Lediglich der digitale Drehzahlmesser ist (wie so oft) nicht allzu gut ablesbar. Dafür befinden sich Ganganzeige und Tacho optimal im Blickfeld des Fahrers. Ein witziges Detail ist das grüne QSS-Lämpchen, das offenbar die Funktion des Quickshifters permanent anzeigt - wozu? Da es sich dabei um kein sicherheitsrelevantes Detail handelt finde ich es in den Armaturen eher störend und und verzichtbar. Ein Grund, die MT-09 nun weniger zu mögen, ist es aber definitiv nicht.

Drei Farben für die Yamaha MT-09 Jahrgang 2017

Bei den Farben vertraut Yamaha auf Altbewährtes, die graue Lackierung mit grellgelben Felgen und Akzenten war schon bei der Vorgängerin ein Hingucker und ist es auch bei der Neuen. Ich persönlich hätte mir zwar für ein optisch so stark überarbeitetes Modell auch völlig neue Farbkonzepte gewünscht, die schwarze Version schluckt aber wiederum zu viel von den ausgeklügelten Ecken und Kanten der neuen MT-09. Was soll´s, mein Favorit ist ohnehin die blaue Variante, wenn möglich mit konventionell montierter Nummerntafel und vielleicht einem kleinen Windschild an der Front. da sollte doch eigentlich jeder seine passende MT-09 finden!

Fazit: Yamaha MT-09

Die Yamaha MT-09 musste für die kommende Saison nicht neu erfunden werden - das wurde sie schon extrem gut vor knapp vier Jahren. Stattdessen setzen die Japaner technisch auf Feinabstimmung und ergänzung mit praktischen, der Zeit entsprechenden Gimmicks, wie Traktionskontrolle und Schaltautomat. Durch die Euro4-Norm wurde das Motormangement abermals verändert und bietet im Standard-Modus eine zwar betont kraftvolle, aber gut kontrollierbare Leistungsentfaltung, die Leistungsexplosion der ersten Generation bietet nun auch der schärfere A-Modus nicht mehr. Die größte, auf den ersten Blick erkennbare Änderung ist das, meiner Meinung nach äußerst gelungene Design mit der aggressiveren Front und dem neu gestalteten Heck. Insgesamt also ein nun noch fescheres Naked Bike, das eindeutig für den Spaß am Motorradfahren gebaut wurde.

1
Vorteile
  • herrlich kräftiges Dreizylinder-Triebwerk
  • drei Leistungs-Modi
  • voll verstellbares Fahrwerk
  • Quickshifter serienmäßig
  • sportlich aufrechte Sitzposition
  • gute Bremsen
  • aggressive Optik
  • Traktionskontrolle
1
Nachteile
  • Sattel für lange Touren etwas zu hart
  • Kennzeichenhalter an der Schwinge bietet weniger Spritzschutz als ein herkömmlicher

Bericht vom 07.12.2016

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