Der KTM Supermoto Testtag hat voll eingeschlagen, so wie manche Teilnehmer auch. Die 950er hat kot wieder völlig fertig gemacht. Er träumt bei Tag und bei Nacht.
| 107 Supermotofahrer,
-fans und die, die's noch werden wollen, erschienen am
Freitag am Wachauring in Melk, um insgesamt 12 Stück von 7 verschiedenen Modellen
an KTM Supermotos über den Kurs zu jagen. Das bestätigte wiedermal die
Regel, daß nur halb so viele Gäste bei einer Party erscheinen, wie
eingeladen werden. Das war aber natürlich völlig O.K., damit wurde
gerechnet. Die Teilnehmerzahl war so gerade richtig und es gab keine
langen Wartezeiten. Ich reiste mit einem Freund aus Eisenstadt an, dem josinger,
der schändlicherweise erst seit kurzem 1000PS-Mitglied ist, und das,
obwohl wir uns schon soooo lange kennen.
Wir waren in der letzten Gruppe um 18.00
Uhr eingeteilt, trafen aber schon um 16.30 dort ein und konnten uns
seelisch vorbereiten sowie die Strecke begutachten. Beim Zuschauen verging
die Zeit wie im Flug und um 17.45 holten wir uns die "Tickets"
für den ersten Durchgang ab. |
|

|
| Der
Fuhrpark des Testtages |
| 640
SM |
640
Duke |
625
SMC |
660
SMC |
950
SM |
450
SMR |
525
SMR |
| 4
Stück |
1
Stück |
2
Stück |
1
Stück |
2
Stück |
1
Stück |
1
Stück |
|
 |
Was sich leider
nicht verhindern ließ, war die Deformation und Vernichtung von
Firmeneigentum. Leider wurden auch menschliche Ressourcen angegriffen.
Supermoto Routiniere und Redakteurin Karin Mairitsch wollte zwischen zwei
Durchgängen je eine Runde mit SMR und einer normalen LC4 zeiten lassen.
Die ersten Runden mit der SMR waren kein Problem. Danach stieg sie auf die
LC4 um, die mit weniger gripreichen Reifen ausgestattet war. In der rechts
- links Kurve vor dem "Fahrerlager" hörte ich nur einen kurzen
Quietscher und einen Augenschlag später flog die Karin schon durch die
Luft, um sich gleich darauf eine derbe Betonwatschen abzuholen. Ich dachte
kurz darüber nach, den Fotoapparat zu holen. Es wäre genug Zeit gewesen,
während die Frau Doktor in Schmerzen ihr eigenes System checkte. Fand ich
dann aber pietätlos. Die Air Time einzufangen wäre eine andere Sache
gewesen, quasi als schönes Erinnerungsfoto für ihren Schreibtisch.
Gleich war Freund Mick vom Fighters Magazin
zur seelischen Erstversorgung zur Stelle. Ich erkundigte mich bei Karin nach
ihrem Zustand. Eine realitätsnahe Selbstdiagnose im Schock ist natürlich nie möglich. Mick schlug einen Besuch
im Krankenhaus vor. Mit dem Eisbeutel auf der Schulter meinte die Frau
Doktor:
"Es tut eh nicht so weh, es grummelt nur so komisch, wenn ich mich
beweg." Paßt, der Besuch wurde soeben besiegelt.
Ich habe gestern vom Abgelederten erfahren,
daß ihr Schlüsselbein nun kurzzeitig aus zwei Teilen besteht. Ich
wünsche an dieser Stelle gute Besserung!
|
 |
|
Glücklicherweise hatte
sich auch der josinger
aus Eisenstadt angemeldet. Unglücklicherweise mußte trotzdem ich mit dem
Auto fahren. Und ja, meine Beine sind wirklich 1.60m lang. |
 |
 |
|
So eine Szene, unmittelbar bevor man selbst
die Strecke in Angriff nimmt, steigert natürlich nicht wirklich das
Selbstvertrauen. Eine routinierte Fahrerin, die vor allem im
Supermoto-Bereich auf eine langjährige Erfahrung zurückgreifen kann,
wird vom Gaul geworfen, ohne eine Chance das Unheil doch noch abzuwenden. Was
würde dann erst mit mir passieren, dachte ich. Ich mußte auf jeden
Fall die richtige Reifenwahl treffen. Aber die stand sowieso schon seit
Anfang an fest, weil es für mich bei der Modellwahl keine
Diskussion gab. 950 Supermoto. Pirelli Diablo. Alles andere Interessierte mich wenig. Nicht
einmal die beiden SMR Geräte, die ich lieber den richtigen
Supermoto-Racern überließ. |
 |
|
I am from Austria - Was,
du auch? Simma jetzt zsamm? |
 |
 |
|
Die SMRs wurden meist von
recht versierten Piloten bewegt.
|
An der 950er herrschte
reges Interesse.
|
|
Doch nach einigen Runden auf dem herrlichen
Wachauring waren die Gedanken
an einen möglichen Crash verflogen und der Angst wich reine Freude. Ich
hatte wieder das Gefühl des kontrollierten Andrückens, wie damals in
Italien, bei der 950er Präsentation. Daß ich trotzdem von einigen Herren
hergebrannt wurde, dafür muss ich mich nicht schämen, ich tue es aber
trotzdem. Aber ich war dennoch sehr zufrieden in mir. Denn
irgendwann hörte ich in der engen Rechts vor dem Fahrerlager etwas am Boden schleifen.
Das
konnte nur die Fußraste gewesen sein. Bei der nächsten Runde bestätigte
sich meine Vermutung. In den folgenden Runden drückte ich dann immer
weiter runter, bis es mir vorkam, als läge die KTM am Boden. Trotzdem war in
keiner Weise ein Nachlassen des Grips zu spüren. Ein Gefühl, von dem ich
seither ständig träume, nicht nur bei Nacht.
Für den nächsten Turn legte ich auch dem
Josinger die 950er nahe, der zuvor mit der SMC attackierte hatte.
Nach der Fahrt fragte ich ihn nach seiner Meinung. Er brauchte nicht
mehr zu sagen als: "Jetzt weiß ich, was du meinst."
Bei der Abreise im Auto waren wir völlig
im Glücksrausch und aus dem Häuschen. Der Josinger mußte gleich am
nächsten Tag wieder runter zum Supermoto-Intercup, den Profis beim Training
zusehen, weil er es nicht aushielt. Und ich konnte mich am Pannoniaring
abreagieren.
|
|
|
|
Martin Wabnegger:
"Verluste? Einige Brems- und Schalthebel, ein paar Plastikteile,
ein Lenker, ein Hinterreifen, ein Schlüsselbein....und ein Spiegel wurde
von einem zerstörungswütigen Psycho abgerissen."
|
Flo und Co. betreuten die
Teilnehmer bestens. Autoschlüssel und Kamera aufbewahren, Tschik schnorren
- All Inclusive!
|
|
|
|
Langzeit 1000PS-ler KaterCarlo
war begeistert
|
Auch Mick von Fighters war
kurz dabei - bis sich Freundin Karin einbaute
|
|
|
|
|