Jetzt mit neuem Motor. 1 Zylinder-4 Takt mit 15PS. Selbst Weltmeister fingen einmal klein an..
Aprilia RS4 125 / 50
Eine erfolgreiche Motorsportkarriere kann genau hier
beginnen. Hat sie auch schon.
Als Nachwuchstalent im 1000PS Zirkus war ich noch nie wirklich lange auf einem
Supersportler unterwegs.
Ein paar Runden am Pannoniaring (Parkplatz)
vielleicht, aber noch nie auf einer Rennstrecke. Gar nicht glauben konnte ich es, als ich die
Einladung zur Aprilia RS4 Präsentation in Mailand im Posteingang
entdeckte.
Endlich hat NastyNils mein ganzes Potenzial erkannt! Endlich Supersport
in der Königsklasse. Perfekt bis auf das "V", das ich mir im
Modell-Schriftzug einfach dazugedacht hatte. Und somit die fehlenden Kubik
und PS.
Die Einladung galt der RS4 125 und 50er Präsentation. Leider kein Max Biaggi
Weltmeisterbike, das ich fahren werde. Oder etwa doch?
Sogar Biaggi und Rossi
fingen einmal klein an.
Auch die Weltmeister und Podiumsfahrer, also die wirklich ganz Großen,
mussten einmal klein anfangen.
Und das ist nicht nur ein Spruch von Eltern, damit man nach der
Führerscheinprüfung nicht gleich in der 1000er Klasse angreift.
Nein. Seit 1992 ist Aprilia in der 125er und 250er Klasse sehr
erfolgreich im Geschäft. Namen wie "Valentino Rossi", "Max Biaggi" oder
auch "Casey Stoner" haben in der 125er Klasse auf Aprilia ihre ersten Rennerfolge
verbucht. Wer das nicht glauben kann, findet (HIER) eine
lange Aufzählung auf der Aprilia Website. Insgesamt 342 Siege in den
verschiedensten Klassen seit 1981. Entwicklung, Forschung und unzählige
Runden auf den unterschiedlichsten Rennstrecken der ganzen Welt brachten
Aprilia dorthin, wo sie heute stehen:
Auf die Liste der erfolgreichsten Europäischen Marken. Die RS 125,
welche jahrelang von einem Zweitakter angetrieben wurde, ist nun
überarbeitet und wurde mit neuem Racingspirit versehen.
Das Design lehnt sich sehr stark an das Weltmeister Bike von Max Biaggi an.
Die schnittigen Linien und die komplette Front sehen der RSV4 zum
Verwechseln ähnlich. Der erste Blick kann in diesem Fall trügerisch
sein.
LED Rücklicht, übersichtliche Instrumenteneinheit, "Underfloor" Auspuff
und Soziusrasten, welche sich für den Rennstreckeneinsatz schnell und
einfach abnehmen lassen. Das zeigt, dass die RS4 nicht nur für die
typische Sonntagsausfahrt vorgesehen wurde. Obwohl die bequeme
Sitzposition und die nicht zu tief angebrachten Lenkerstummel sicher im
Hinblick auf auf
längere Ausfahrt konzipiert wurden.
Ein Weltmeisterbike zum Lernen.
Ab den neuen
Führerscheinregeln 2013 (Bericht)
gibt es auch schon für die jüngsten Nachwuchsracer mit 16 Jahren die
Chance, auf einem Weltmeister Bike einzusteigen. Ich jedenfalls hätte
damals sogar meine Großmutter für ein solches Moped verkauft. (Sorry,
aber ist so.)
Sollten mehrere ähnlich wie ich ticken, könnte es spätestens 2013 viele,
relativ günstige Großmütter zu kaufen geben. Der Preis ist mit
auch sehr verlockend.
Auf der kleinen aber feinen Teststrecke südlich von Mailand konnte ich
selbst zum ersten Mal Rennluft schnuppern und die RS4 125 in zwei
Versionen ausgiebig testen. Eine normale Version und auch eine mit der optional erhältlichen "Quick-Shift"
Schaltung, für das wilde Reinhacken ohne Kuppeln
(optional für 90 €). In den Schauräumen werden drei verschiedene Farben
glänzen: Racing Schwarz, Racing Weiß oder die Sonderedition mit den Replika Farben des SBK-Teams.
SBK Replica
Racing Schwarz
Racing Weiß
Die wichtigste Neuerung betrifft die 125er Version. Diese wurde komplett
überarbeitet und wird nicht wie die Jahre zuvor von einem Zweitakter,
sondern einem wassergekühlten Einzylinder-Viertakter angetrieben. Dieser
kann ab ca. 5.000 Umdrehungen richtig zupacken. Ab 11,500 regelt der
Begrenzer sanft aber fordernd. Sitzt man auf der Quick-Shift Variante, hat man beim Schalten
definitiv den Zeitvorteil. Einfach am Gas bleiben und reindrücken. Ohne
Krach.
Das Gewicht von 145 Kg lässt sich
lässig durch die Kurven wenden. Die Geschwindigkeit hält sich bei der kleinen Rakete
natürlich in Grenzen. 126 km/h konnte ich einmal erkennen, kurz bevor die
radiale Vierkolbenzange, über eine serienmäßige Stahlflexleitung bedient,
wieder in die Scheibe beißt.
Keine 180 PS. Aber ein sehr guter
Anfang..
Die Upside-Down-Telegabel vorne und die Aluminiumschwinge mit
Mono-Federbein hinten halten das Sportgerät ganz ruhig auf Kurs und
vermitteln beim Anbremsen oder Herausbeschleunigen ein sicheres Gefühl.
Ein Gefühl von Kontrolle, das man so nur auf einem Supersportler haben
kann. Spüren, was der Vorderreifen tut und wie der Lenkimpuls wirkt. Man
merkt, dass die Vorfahren der RS4 direkt von der Rennstrecke stammen und
die Racing-Gene auch in sie eingedrungen sind. Sicher nicht
zum Nachteil für den Fahrspaß. O.K., es sind keine 180 PS auf 180 kg, die
man fährt. Aber es ist definitiv ein sehr guter Anfang...
Unter anderem im umfangreichen
Zubehörprogramm:
schlanker Kennzeichenträger für das Styling auf der Straße,
oder umgekehrte Schaltung für das Rundenzeitentuning.
Offizieller Werbespot zur Aprilia RS4 50/125
APRILIA RS4 125 -
Technische Daten
Motortyp
Flüssigkeitsgekühlter 4 Takt-Einzylinder mit elektronischer
Einspritzung, 4 Ventile