|
Leider liebt mich das Universum offensichtlich nicht besonders, denn wie
meist, wenn mir Gutes zuteil werden soll, ist Petrus eindeutig dagegen.
Pünktlich beim Verlassen des Hotels begann es zu regen und hörte erst
wieder auf, als ich den Flieger zurück in die Heimat bestieg. Einzig
Erfreuliches für meine schwarze Seele war, dass es dem Kollegen eines
relativ unbedeutenden österreichischen Motorrad Magazins noch schlechter
erging, denn sein Gepäck verschwand irgendwo zwischen Wien und Valencia.
Zumindest verschafften uns die
Kälte und der Regen viel Zeit in der Box, um über die neue Version der
RC8 R zu philosophieren.
Die von den Kunden am häufigsten kritisierte Eigenschaft der KTM,
nämlich ein ruppiges Fahrverhalten bei niedriger Drehzahl, wurde beim
neuen Modell beseitigt. Das konnte ich trotz dem miesen Wetter
eindeutig feststellen. Sowohl bei der kurzen Ausfahrt durch die
benachbarte Ortschaft, als auch bei den wenigen, sehr vorsichtig
(nicht langsam) gefahrenen Runden auf der Rennstrecke legte der 75° V2 eine
vorbildliche Laufkultur an den Tag.
Dies erreichten die KTM-Techniker durch folgende Maßnahmen:
- Durch den Einbau einer zweiten Zündkerze wurde die Verbrennung im
unteren Drehzahlbereich verbessert. Diese seitlich im Brennraum
positionierte Zündkerze wird durch Zurücknahme der Vorzündung ab 7000
U/min faktisch abgeschaltet.
- Die Form der Kurbelwangen wurde geändert, sodass mehr Schwungmasse
nach außen wanderte. Dadurch verstärkt sich der Effekt der Masse bei
gleichem Gesamtgewicht der Kurbelwelle.
- Der Generator wurde um ein Kilogramm schwerer und zusätzlich wurde die
elektrische Leistung erhöht.
|