Die Konkurrenz konnte Jahrzehnte reifen. Die Ténéré kämpft schwer bei ihrem Comeback.
Alpenmasters 2010 - Yamaha XT1200Z Super Ténéré
Neuauflage einer Legende - die Super Ténéré erscheint nun im zeitgemäßen
Gewand, mit ABS, Traktionskontrolle und einem mächtigen 1200ccm Zweizylinder
Motor.
Kaum ein anderes Motorrad erregte vor seinem Erscheinungstermin medial so viel
Aufsehen wie die
neue Super Ténéré. Nahezu jede Woche wurde ein neues Detail des in den 80er
Jahren zur Legende gewordenen Motorrads veröffentlicht. Die Erwartungen an das
Motorrad waren also dementsprechend hoch, als im Mai 2010 die Super Ténéré
offiziell vorgestellt wurde. Sie sollten nicht enttäuscht werden, die neue
Generation der zweizylindrigen Ténéré wartet nämlich mit einigen technischen
Schmankerln auf. ABS ist auf der großen Japanerin übrigens keine Option, sondern
Pflicht. Gut, wenn man nur Onroad unterwegs, denn dort leistet das ABS sehr gute
Arbeit, weniger gut, wenn man mit der Super Ténéré auch ins Gelände will. Apropos
große Japanerin, mit knapp 270 Kg vollgetankt übt die Ténéré unter den großen Enduros
den größten Druck auf die Waage aus.
Das Traktionssystem der Yamaha,
kurz TCS, kommt aus der MotoGP und lässt sich in 3 Stufen regeln. Für jede
Witterungslage und auch für jedes Fahrkönnen findet sich mit dem TCS die
richtige Stufe, um die 110 PS und 114 Nm im Zaum zu halten. Betätigen lässt sich
das TCS einfach durch einen Schalter am Bordcomputer. Der Bordcomputer
informiert während der Fahrt über Motor- und Außentemperatur, Zeit, gefahrenen Kilometer sowie Momentan- und Durchschnittsverbrauch.
Der Durchschnittsverbrauch liegt übrigens bei 5,8 Liter auf 100 Kilometer. Damit
genehmigt sich die Yamaha genau soviel wie die Multistrada, bei der aber rund 40
PS mehr zwischen den Beinen wüten.
Leistungsdiagramm
Yamaha XT1200Z Super Ténéré
Maxima
PS-Kurbelwelle EG
NM-Kurbelwelle EG
Wert
99,5
102,9
Drehzahl
7300
6000
Messwerte
Yamaha XT1200Z Super Ténéré
Beschleunigung
0-140
6,9
Durchzug
Durchzug in 2000 m ü.N.N.
50-100 km/h
9,2
Durchzug im 2. Gang bergauf
mit Sozius 25-75 km/h
6,9
Verbrauch
Verbrauch Pässe
5,7
Tankinhalt
22,6
Reichweite Pässe
397
Verbrauch Testrunde 102 km
5,8
Bremsweg 75-25 km/h bergab
26,8
Man sollte sich von der neuen Super Ténéré keine sportliche Großenduro erwarten,
das ist sie nämlich sicher nicht. Das lässt sich auch aus den Messwerten lesen,
denn in Sachen Beschleunigung matcht sich die Yamaha mit der Versys um den den
vorletzten Platz. Das ist aber auch nicht ihr Metier, die große Ténéré ist eine
Reisenduro im klassischen Sinn, gutmütiges Fahrwerk das so wie die Sitzplätze
für Fahrer und Sozia größtmöglichen Komfort bietet. Nichtraucher spulen mit ihr
ohne Probleme die maximale Reichweite von 400 km auf einer A****backe ab.
Übrigens, die hohe Reichweite wird trotz des hohen Verbrauchs durch den großen
Tankinhalt von 22,6 Litern erreicht, ein Fassungsvermögen, das von keinem zweiten Motorrad
bei den Alpenmasters geboten wird. Obwohl die Yamaha die schwerste in ihrer Klasse ist, können sich
ihre Verzögerungswerte sehen lassen. Mit 26,8m benötigt sie zwar um 3,7 m mehr als
die GS, bremst aber mit diesem Wert Supersportler a la GSX-R und RC8 aus. Außerdem überzeugt die Yam beim Preis, um 17.990 bekommt man ein fix fertig aufgebautes Motorrad, mit Seitenkoffern, Motorschutzplatte, ABS, Zusatzscheinwerfern,... .
Ausstattung Yamaha XT1200Z Super Ténéré
Fahrwerk
teilweise einstellbar
Federvorspannung per Handrad
einstellbar
Ja
Elektrisch einstellbares
Fahrwerk
Nein
Multifunktionsinstrument
Ja
Benzinkontrolle
Restkilometeranzeige
Hauptständer
Ja
Bremshebel einstellbar
Ja
Kupplungshebel einstellbar
Ja
Heizgriffe als Option
Nein
Ganganzeige
Nein
Koffer Serie
Ja
Koffer optional
Nein
Gepäckbrücke
Ja
Gepäckhaken
Ja
Staufach
Nein
Helmschloss
Nein
Technische Daten Yamaha XT1200Z Super
Ténéré
Motor
2-Zylinder
Hubraum
1199 cm³
Leistung
110 PS
Gewicht vollgetankt
267 kg
Zuladung
203 kg
ABS
Ja
Preis
17.999
Bei den Alpenmasters
treten 20 Motorräder in 5 Kategorien gegeneinander an, um zu
klären, wer in dieser ebenso beliebten wie anspruchsvollen
Gegend die umfassendsten Qualitäten zeigt. Dazu werden
zahlreiche Tests von 10 erfahrenen Journalisten aus 4 Ländern
und mit der Unterstützung modernster Computer- und Messtechnik
durchgeführt. Die Alpenmasters fanden heuer bereits zum sechsten
Mal statt.