Understatement ist populärer denn je. Mit der GSX-F von Suzuki scheinbar bescheiden.
Alpenmasters 2010 - Suzuki GSX 1250 FA
Ein Atomreaktor hinter der unscheinbaren Fassade eines Niedrigenergiehauses.
Eine Drehmomentspitze von 111,9 Nm bei 3500 Touren, bis 6500 ein konstant hohes Plateau auf
dem Leistungsdiagramm. Manchmal brauchen wir Zahlen, um das Innere eines Wesens
zu sehen und zu verstehen, weil uns unsere Augen täuschen können. Die GSX-F von
Suzuki sieht ganz brav aus, zeigt zwar leichte Ansätze eines Kriegsschiffs, übt
sich aber im allgemeinen in Zurückhaltung und Understatement. Sobald man dann am
Gasgriff dreht, wird diese Bescheidenheit mit brutaler Härter durchbrochen und
die GSX-F verbirgt nicht länger, was in ihr steckt. In nur 5,9 Sekunden
beschleunigt der immerhin 258 Kilo schwere Sporttourer auf 140 km/h, beim
Durchzug können nur zweizylindrige Big-Enduros und hubraumstarke Nakedbikes
mithalten.
Eine solidere Basis als die Bandit-Baureihe hätte sich Suzuki für
seine Sporttourer nicht aussuchen können. Man hat das Gefühl, die Banditen sind
schon seit mehreren Jahrzehnten auf unseren Straßen unterwegs und werden es noch
lange sein. Das ausgereifte, standfeste Triebwerk hat große Reserven und stellt
für Tuningfans eine hervorragende Basis für enorme Leistungssteigerungen dar.
Die GSX-F kann auf der Straße eigentlich alles und das auch zu zweit und mit der
Abendgarderobe im Gepäck. Man fährt gut mit ihr - und lange. Zu einem
sensationell günstigen Preis bekommt man ein Big-Bike mit 1255 Kubik
Einspritzmotor und jeder Menge Leistung, ABS, eine komfortable,
höhenverstellbare Sitzbank und ein komplett ausgestattetes Cockpit mit
integrierter Ganganzeige. Viel Motorrad für wenig Geld.
Leistungsdiagramm
Suzuki GSX 1250 FA
Maxima
PS-Kurbelwelle EG
NM-Kurbelwelle EG
Wert
108,1
111,9
Drehzahl
8800
3500
Messwerte
Suzuki GSX 1250 FA
Beschleunigung
0-140
5,9
Durchzug
Durchzug in 2000 m ü.N.N.
50-100 km/h
6,8
Durchzug im 2. Gang bergauf
mit Sozius 25-75 km/h
5,0
Verbrauch
Verbrauch Pässe
5,1
Tankinhalt
19
Reichweite Pässe
372
Verbrauch Testrunde 102 km
5,72
Bremsweg 75-25 km/h bergab
23,3
Die GSX-1200F mag zwar optisch nicht jedermanns Sache sein, doch wenn es um
Durchzugswerte und Reichweite geht, macht ihr so schnell keiner was vor.
Unbeeindruckt und ohne Schwächeanfälle zeigt sich die GSXF in Spitzkehren,
selbst mit Sozius zuckt sie nicht mit der Wimper. Ein Lastesel mit dem Antritt
eines Rennpferds und Souveränität eines Lippizaners, der bis zu 217 Kilo auf die Reise mitnimmt. Mit
einer stabilen Bauweise, bewährter Technik und einem hohen Drehmoment ist die
GSX-F bestens gerüstet für viele...viele...viele Kilometer. Dabei ist sie nicht
nur günstig im Erhalt, sondern auch in der Anschaffung. Und eigentlich sieht sie
doch ganz schnittig aus.
Ausstattung
Suzuki GSX 1250 FA
Fahrwerk
teilweise einstellbar
Federvorspannung per Handrad
einstellbar
Nein
Elektrisch einstellbares
Fahrwerk
Nein
Multifunktionsinstrument
Nein
Benzinkontrolle
Restkilometeranzeige
Hauptständer
Ja
Bremshebel einstellbar
Ja
Kupplungshebel einstellbar
Ja
Heizgriffe als Option
Nein
Ganganzeige
Ja
Koffer Serie
Nein
Koffer optional
Ja
Gepäckbrücke
Nein
Gepäckhaken
Ja
Staufach
Nein
Helmschloss
Nein
Technische Daten
Suzuki GSX 1250 FA
Motor
4-Zylinder
Hubraum
1255 cm
Leistung
98 PS
Gewicht vollgetankt
258 kg
Zuladung
217 kg
ABS
Ja
Preis
€ 11.299.-
Bei den Alpenmasters
treten 20 Motorräder in 5 Kategorien gegeneinander an, um zu
klären, wer in dieser ebenso beliebten wie anspruchsvollen
Gegend die umfassendsten Qualitäten zeigt. Dazu werden
zahlreiche Tests von 10 erfahrenen Journalisten aus 4 Ländern
und mit der Unterstützung modernster Computer- und Messtechnik
durchgeführt. Die Alpenmasters fanden heuer bereits zum sechsten
Mal statt.