Kleiner Motor, wenig Gewicht, minimaler Verbrauch - große Leistung. Versatile System is back.
Alpenmasters 2010 - Kawasaki Versys
Supermoto? Straßenenduro? Stelzennakedbike? Ja. Die Kawasaki Versys kann man
kaum kategorisieren, man kann nur beschreiben, was sie kann. Und das ist viel.
Es war der seltsame Totenkopf-Scheinwerfer, der der Versys ein bisschen die Tour
vermasselt hat. Den fanden viele nicht wirklich nett und verzichteten auf eine
Probefahrt. Schade, denn von Anfang an bot das Versatile System ein
interessantes Konzept aus absoluter Alltagstauglichkeit und spritziger
Sparsamkeit. In ihrer Klasse musste sie gegen übermächtige Gegner wie BMW GS,
Yamaha Super Tenere und Ducati Multistrada antreten, der letzte Platz in dieser
Kategorie kann ihr deshalb auch nicht wirklich zur Last gelegt werden. Bereits
im Mai konnte die Versys ihre Qualitäten unter Beweis stellen, als die einen
Vergleichstest der Zeitschrift 'PS' gegen Aprilia Dorsoduro 750, Ducati
Hypermotard 796 und KTM Duke 690 gewinnen konnte. Doch auch diesmal hat sie
ihre größeren Konkurrenten in einer Disziplin geschlagen, im Verbrauch. 459 Kilometer mit nur einer
Tankfüllung resp. 19 Litern sind ein Spitzenwert und beweisen einmal mehr die
Reisetauglichkeit der Versys.
Die 65 PS des Reihenzweiers lösen am Papier
vielleicht keine Euphorie aus, in der Realität aber überrascht die Versys mit
spontaner Gasannahme und zeigt sich als verkanntes Wheelietier. Bei 6816 U/min.
ist laut Prüfstand leider Schluss mit der Drehmoment Freude, diese fällt danach
rapide ab. Die Maximalleistung wird bei 8000 U/min. erreicht. Dafür zieht die
Versys sogar mit Sozius bergauf im 2. Gang von 25 bis 75 km/h sauber durch. Mit
nur 211 kg vollgetankt tut man sich mit ihr im Gebirge besonders leicht.
Insgesamt ist sie fast überall zu Hause, ein Alltagsbike mit dem gewissen Kick. Mit neuem
Scheinwerfer und modernisiertem Design setzt die Versys wieder zum Angriff an.
Was soll eine Kawasaki Versys gegen übermächtige Gegner wie BMW GS, Ducati
Multistrada oder Yamaha Super Tenere ausrichten? Sie kann sie zumindest ärgern.
Denn wenn die Konkurrenz bereits die ersten Tankstopps einlegen muss, läuft die
kleine Versys mit ihrem großen 19 Liter Tank munter weiter. Niedrigster
Verbrauch im gesamten Alpenmasters-Feld, sogar noch besser als Hondas CBF600,
die mit einem 20 Liter Tank allerdings noch eine Tankstelle weiter fährt. Zugute
kommt der Versys neben dem durchzugsstarken Motor auch das geringe Gewicht von
211 Kilogramm. Im Winkelwerk und auf Passstraßen mutiert die Versys zur
spritzigen Supermotogams. Für ungetrübten Fahrspaß empfehlen wir, die Sozia im
Beauty- und Spabereich abzuliefern.
Bei den Alpenmasters
treten 20 Motorräder in 5 Kategorien gegeneinander an, um zu
klären, wer in dieser ebenso beliebten wie anspruchsvollen
Gegend die umfassendsten Qualitäten zeigt. Dazu werden
zahlreiche Tests von 10 erfahrenen Journalisten aus 4 Ländern
und mit der Unterstützung modernster Computer- und Messtechnik
durchgeführt. Die Alpenmasters fanden heuer bereits zum sechsten
Mal statt.