Hochgeschwindigkeitsreisen am Elektronikbomber. Schneller am Ziel mit Traktionskontrolle und Co.
Alpenmasters 2010 - Kawasaki 1400GTR
Die Concorde der Straße. Am grauen Band in möglichst
kurzer Zeit von A nach B, das ist die Paradedisziplin der 1400GTR
Die 1400GTR bietet nicht nur viel Platz für schnell reisende Passagiere, sie hat auch viel Platz
für Technik, die noch schneller macht. Kawasaki hat in den letzten Jahren schwer in die Elektronik
investiert und die GTR mit vielen technischen Innovationen ausgestattet.
Keyless-Go (spart Zeit an der Tankstelle, wenn man auch auf's Händewaschen
verzichtet), elektrisch verstellbares Windschild, Bremssystem K-ACT,
Traktionskontrolle KTRC. Alles Systeme, die den Sporttourer einerseits bequemer
und unkomplizierter, andererseits eben schneller und sicherer machen. Neben den
Annehmlichkeiten ist besonders die Traktionskontrolle hervorzuheben. Diese
ermöglicht sogar Grobmotorikern am Gasgriff eine ungeahnt zügige und fast
schlupffreie Beschleunigung auf nasser Straße oder sogar Schotter, deren
Eingrenzung dann wieder den Einsatz des ABS-Systems verlangt, das ebenso
effektiv arbeitet.
Reisende schätzen Windschutz und die serienmäßigen
Seitenkoffer, Eilige die 155 PS. Leider muss man den mächtigen Vierzylinder für
einen Hubraum von 1.352 ccm ziemlich orgeln, damit was weitergeht. Das kann
besonders in den Alpen etwas nerven, auf weitläufigem Gelände ist es kein Thema.
Kilometer frisst man mit dem Hochgeschwindigkeitskreuzer wie ein Walfisch
Plankton. Mund auf und Weg damit. Wer vor hat, damit in 12 Stunden in die
französischen Alpen zu blasen, wird kein Problem damit haben, dieses Vorhaben
erfolgreich umzusetzen. Wir haben es schließlich auch geschafft.
Keine Frage, die Kawasaki 1400GTR reißt fest an. In 5,2 Sekunden von 0 auf Tempo
140 sind ein fast supersportlicher Wert. Dafür stehen der GTR auch genügend
Leistung und Hubraum zur Verfügung, was sich weniger positiv auf den Verbrauch
auswirkt. 7 Liter auf der Testrunde sind schon ein empfindlicher Wert, der
zweithöchste der diesjährigen Alpenmasters. Ein fülliger Körperbau und ein hohes
Gewicht machen es dem bärenstarken Vierzylinder nicht leicht, dafür sind Komfort
und Windschutz überdurchschnittlich. Große Klasse sind auch ABS-System und
Traktionskontrolle. Beide greifen dem Fahrer unaufdringlich und professionell
unter die Arme, sollte man es einmal übertreiben oder die Fahrbahnverhältnisse
falsch eingeschätzt haben. Speziell beim Bremsweg glänzt die Kawa mit einem
Spitzenwert - und das, obwohl sie das schwerste Motorrad im Feld war.
Bei den Alpenmasters
treten 20 Motorräder in 5 Kategorien gegeneinander an, um zu
klären, wer in dieser ebenso beliebten wie anspruchsvollen
Gegend die umfassendsten Qualitäten zeigt. Dazu werden
zahlreiche Tests von 10 erfahrenen Journalisten aus 4 Ländern
und mit der Unterstützung modernster Computer- und Messtechnik
durchgeführt. Die Alpenmasters fanden heuer bereits zum sechsten
Mal statt.