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Großartiges Terrain! Wir befinden uns hier auf "Les Comes", einem
Offroadspielplatz unweit von Barcelona. Die felsige Auffahrt forderte
Fahrwerk und Fahrer, das ausgetrocknete Bachbett erforderte
Konzentration und Fingerspitzengefühl. Selbst die Verbindungsetappen
zwischen den knackigen Sektionen langweilten nicht. Im Sattel der neuen
TE 250 kommt hier viel Freude auf. Die Technik des Motorrades ist mir
großteils bekannt. Antrieb und Rahmen kommen vom großen orangen
Konzernbruder. Doch als exklusivere Marke, hat Husaberg natürlich
exklusivere Details am Motorrad montiert.
Neue Gabel für die Husabergs
Allen voran die neue
Closed-Cartridge Gabel welche im Modelljahr 2011 in allen Husaberg
Modellen zum Einsatz kommt. Bei den 4-Takt Modellen lindert sie die
einzige echte Schwäche der Traumenduro, sie macht die Front deutlich
stabiler ohne Agilität zu kosten. Bei den 2-Taktern erfreut man sich am
sanften Ansprechverhalten schon auf den ersten Millimetern des
Gabelhubes. Es kostet zwar Überwindung, doch die steinigen Auffahrten
können hier ganz normal mit Gas auf Anschlag gefahren werden, die Gabel
brilliert! Ansonsten punktet die 2-Takter natürlich überall dort, wo das
niedrige Gewicht in den Vordergrund tritt. Denn während viele Enduropiloten in Sachen "heikle Situationen" nur auf grausame Auffahrten
denken, schätze ich die Vorteile bei den ansonsten Kräfte raubenden engen
und steilen Abfahrten. Denn auch bergab müssen alle Komponenten
perfekt passen. Die Bremserei ist an den Husabergs ohnehin schon immer
über jeden Zweifel erhaben. Vorne wie hinten hat man tolle Bremsleistung
kombiniert mit glasklarer Präzision zur Verfügung. Der Lenker passt zum
hochwertigen Gesamtkonzept und lässt die Husaberg gut in der Hand liegen
und der im Vergleich zu den KTMs größere Tank tritt offen gesagt
überhaupt nicht negativ in Erscheinung. Die 2-Takt Bergs fühlen sich
noch schlanker an als die ohnehin schon zierlich wirkenden 4-Takter
und lassen sich wunderbar mit den Knien durch die Felsbrocken dirigieren.
Akustische Nachteile für den 2-Takter Nicht so gut fand ich die 2-Takter hier auf der Sonderprüfung. Denn
der rund 5 Minuten lange Wiesenslalom wurde publikumswirksam zu Fuße des
Fahrerlagers aufgebaut. Mechaniker mit Journalistenkollegen mussten
weder die Stoppuhr auspacken und auch nicht mal zusehen, der
verräterische Sound der 2-Takter entlarvt das Weichei sofort. Ich fühlte
mich auf den quirligen 2-Taktern zwar pudelwohl und offen gesagt auch
richtig schnell, doch das Publikum honoriert eben nur die volle
Kreischerei aus dem Auspuff.
Der Teillastbereich ist nicht nur akustisch eine Schwäche der
2-Takter im Vergleich zu den Viertaktern. Die aktuelle Ware aus
Mattighofen ist den Mitbewerbern in Sachen Ansprechverhalten, Leistung
und Motorcharakteristik deutlich überlegen, aber gerade zu den so
makellos abgestimmten 4-Taktern von Husaberg fehlt dann doch noch ein
Stück an Perfektion. Hier werkt eben immer noch ein Vergaser, dort eine
klinisch sauber arbeitende elektronische Einspritzung.
Echte 2-Takt Freaks können sich aber nichts anderes als einen
Vergaser vorstellen. Denn das robuste Teil ist mit dafür verantwortlich,
dass die 2-Takt Modelle sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb
wesentlich billiger sind als 4-Takt Enduros. Im 1000PS Büro haben wir im
Moment eine Dauertest 250er 2-Takt EXC im Einsatz und das geplante
Wartungsbudget wird sogar noch unterschritten. Bei der routinemäßigen
Kolbenkontrolle präsentierte sich dieser in einem erschreckend neuwertigen
Zustand. 50 Stunden 250er 2-Takt vs. 1000PS Redaktion, das ist wie ein
5-Minuten Kampf zwischen Mike Tyson vs. Mr. Bean. Auch Mike wird danach
keine allzu großen Servicearbeiten an seinem Körper zu erledigen haben.
250 oder 300? Noch schwieriger als die Wahl zwischen 2T und 4T ist
die Wahl zwischen 250er und 300er. Nicht etwa weil die beiden TE Modelle
von Husaberg so knapp beisammen liegen, sondern weil beide ihren ganz
speziellen Charme und ihre Vorzüge haben. Die TE 300 hat klarerweise
Drehmoment der Extraklasse zu bieten. Schwere Piloten oder
Leistungsfreaks finden hier auf alle Fälle die richtige Wahl. Früher war
es so, dass die 300er im niedrigen Drehzahlbereich angenehmer zu fahren
war als die 250er, was im aktuellen Modelljahr aber nicht mehr der Fall
ist. Auch die 250er fährt sich unten rum sehr angenehm. Der Übergang in
jene Drehzahlbereiche wo es sehr ernst wird ist nicht mehr so
erbarmungslos wie noch vor 2-3 Jahren. Schon in der Grundabstimmung
kommen 2-Takt Neulinge mit dem Konzept gut zurecht. Für den Feinschliff
lassen sich sowohl 250er als auch 300er sowohl in Sachen Zündkurve
(durch ein Knopferl am Lenker) als auch mit verschiedenen Einstellungen
am Ventil beim Zylinderauslass (durch Wechseln einer Feder) anpassen.
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