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nastynils |
BMW S 1000 RR |
23.04.2010 |
Druck
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Erste Erfahrungen auf heimischem Asphalt. Erstes Rennen am Slovakia.
BMW S 1000 RR Dauertest
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Genug des Lobes über dieses neue
Wunderding. Endlich haben wir sie in unserer eigenen Garage, können sie auf
heimischen Asphalt probieren und auf unseren Rennstrecken testen. Die S 1000 RR
in der Praxis! NastyNils berichtet von den ersten 1000 Kilometern. |
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Der harte Weg zum ersten Service |
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Das 1000er Service ist im
Normalfall nur ein kurzer Boxenstopp, bei der S 1000 RR wird er aber zum
Befreiungsschlag. Als Vorsichtsmaßnahme gegen Motorschäden in der
Einfahrphase drehen die seit März 2010 ausgelieferten S 1000 RR bis zum
ersten Service nur 9.000 Touren. Muss man im Sattel erlebt haben - irre
grausam! Erinnert stark an Koitus interruptus, gerade wenn die Rakete
richtig abgeht wird der Saft abgedreht. "So was gab es noch nie", höre
ich BMW Kritker schon unken. Doch es war auch noch nie da, dass Eine
20PS mehr hat als alle Anderen und in Regionen dreht welche in dieser
Klasse bisher nur reinrassigen Rennmaschinen vorbehalten war. Das
Service wird gemeinsam mit der Entdrosselung zum guten Geschäft für den
BMW Händler, dann aber kann der Spaß endlich beginnen. |
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Gut das sie unten etwas milder ist |
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Bei der Fahrt ins 1000PS Büro,
zum Wirten, in den Supermarkt und zurück in die Heimat entpuppte sich
die S 1000 RR als folgsamer Gefährte. Die einzige Schwachstelle des
irren Motors wird im Alltag zu Vorteil. Unter 10.000 Touren hat die S
1000 RR weniger Drehmoment zu bieten als die anderen 1000er, hat aber
trotzdem ein super sauberes Ansprechverhalten. Das Ergebnis: Man fährt
sehr entspannt und auch auf grindigem Stadtasphalt ist man ausgesprochen
sicher unterwegs. Das 200 PS Biest fährt sich im Stadtverkehr wie ein
08/15 Eisen und das finden wir gut so.
Routine und / oder viel
Selbstbeherrschung braucht man auf der Landstrasse wenn man den Motor
von der Leine lässt. Das gebotene Inferno im oberen Drehzahlbereich
lässt die Kurven auf der Hausstrecke schneller als sonst auf Dich
zukommen. Man kennt das ja: Ein paar flüssige Kurven welche mit 100
genommen werden, dann eine kurze Verbindungsgerade wo mal kurz die Power
spüren möchte. Der Durchzug in diesem Geschwindigkeitsbereich ist selbst
ohne Stoppuhr einfach nur irre. "Gas zu, kommendes Wochenende steht
ohnehin Slovakiaring am Programm", dachte ich und zuckelte gemütlich
heim in die Garage. |
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Slovakia! Ein Himmelreich für 200 PS! |
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Die erste Testfahrt am
Slovakiaring im Herbst 2009 legte in meinem Hirn den Schalter um. "Diese
Strecke braucht 200 PS", dachte ich und bestellte die S 1000 RR. Meine
Frau war zwar der Meinung, dass unser schönes Haus eine ebenso schöne
asphaltierte Einfahrt benötigt, doch meiner Ansicht nach tut es die
derzeitige Schotterpiste ebenso. Das Geld wurde perfekt investiert! Davon konnte
ich mich persönlich beim Pezibär-Wochenende (www.pezibaer.com) am Slovakiaring überzeugen.
Noch deutlicher als auf den
Landstrassen drückte die S 1000 RR hier ihre deutliche Überlegenheit
aus. Die scheinbar unendliche Zielgerade beginnt man ja schon im 4. Gang
und am Ende stehen herzerfrischende 300 auf der Uhr. Ich selbst war mit
Taferl, Originalauspuff und dem ganzen Lichterzeug unterwegs während die
Gegner im Freien Fahren allesamt mit Rennsemmeln ihre Runden drehten.
Aktuelle 1000er samt Rennauspuff werden aus dem Windschatten kommend
ganz locker überholt, Serienfahrzeuge wiederum können sicht nicht mal
hinter mir im Windschatten halten und die 2-Zylinder verkommen ab Tempo
250 offen gesagt zu Slalomstangen. Eigentlich war die Überlegenheit fast
ein wenig peinlich, so wie damals als ich in der Volksschule immer die
Kindergartenkinder mit Schneebällen traktierte. Auch im Fahrerlager
musste ich mir dann Sprüche wie "Na eh kloa. mit der BMW fahrst auf der
Geraden vorbei und in der Kurve stehst mir dann im Weg!"
Ich bin zwar kein Naturtalent
beim Motorradfahren, aber ich weiß die Vorteile meines Fahrzeuges
umzusetzen. auf den Geraden geh ich vorbei, am Kurveneingang spare ich
mit Speed und Schräglage weil ich Angst vorm Stürzen habe. Die
Innenlinie besetze ich trotzdem irrsinnig unsympathisch und geh mit der
Traktionskontrolle einfach früh ans Gas. Die armen Schweine hinter mir
würden ständig hupen, hätten sie diese nicht längst abmontiert. |
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DTC und ABS erfüllen (fast) alle Aufgaben |
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Apropos Traktionskontrolle und
elektronische Helfer: 3 von 4 Aufgaben erfüllen sie besser als erwartet.
Am Kurvenausgang ist das DTC vor allem für Leute in meiner Leistungsliga
(Pannonia 2:05, Slovakia 2:20) eine großartige Bereicherung. Man lernt
früher ans Gas zu gehen und sieht was eigentlich alles möglich wäre. Ist
man zu ehrgeizig bügelt das DTC sanft und überhaupt nicht störend den
Fehler aus und macht mit blinkendem Lämpchen im Cockpit klar was Sache
ist. Ich kann mich mit diesem Tool bestimmt noch um weitere 5 Sekunden
steigern bevor ich erstmal in die Lage komme, dass ich in manchen
Sektionen mehr Gas hätte geben wollen, als das DTC mir zur Verfügung
stellte.
Auch beim Anbremsen war ich mit
dem RaceABS sehr happy. Am Slovakiaring gibt es ja eigentlich fast
perverse Bremszonen in Bergabstücken von Überführungen. Man hat dort
ständig das Gefühl über den Lenker abzugehen, das RaceABS hält das
Motorrad aber ständig stabil auf Kurs und bewahrt mich vor dem
Überschlag. Ich konnte in diesen Bereichen zwar keine Meter auf die
anderen Piloten gut machen, aber ich konnte meine Manöver problemlos von
der ersten bis zur letzten Runde ohne Fehler umsetzen - das gelang den
Anderen nicht immer.
Auch auf der anderen Seite der
Überführungen standen mir die Bits und Bytes hilfreich zur Seite. Beim
Beschleunigen über die Kuppe steigen die Vorderräder der 1000er
reihenweise in den Himmel. Mit der S 1000 RR blieb ich einfach hart am
Gas und spürte nur am Gipfel einen kurzen Dämpfer in der
Beschleunigungsorgie. Hier konnte ich klar Meter gut machen. |
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Der Autopilot enttäuscht am Start: Keine Pokale
für Primaten. |
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Start im "Gaerne Cup". Ich bin der
Touristen-Typ mit Taferl und orangem Leder. Leider muss man beim Starten
zumindest ein wenig Grips und Erfahrung mitbringen. |
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Etwas enttäuscht wurden meine
hohen Erwartungen beim Start von meinem ersten Rennen mit der S 1000 RR.
Klar hätte ich mich besser vorbereiten müssen und mich mit der Technik
vertraut machen. Doch ich war verwöhnt von der deppensicheren 1000er und
stellte mich vollkommen ahnungslos in Startreihe 4. Ich visierte die
erste Ecke an, sah mich schon als klarer Startsieger konzentrierte mich
auf die Ampel und wollte den Rest einfach den 200 Pferden samt
Elektronik machen lassen. Doch die kreischenden Gixxer neben mir kamen
irgendwie schneller weg vom Fleck. Die Traktionskontrolle ließ
bis Tempo 100 scheinbar nur einen Bruchteil der Leistung aufs Hinterrad
um das Vorderrad am Boden zu halten. Schade! Man kann also doch keinen
Primaten auf die S 1000 RR setzen um Weltmeister zu werden. Auch hier
muss man das Gewicht richtig verlagern, anständig Druck auf die Rasten
bringen und nicht zu viel am Lenker klammern. Außerdem könnte ich auch
mal die Bedienungsanleitung lesen. Da drinnen steht bestimmt irgendwas
zu diesem "SLICK" Modus, den ich noch freischalten muss, mit dem Beschleunigungswheelys zugelassen
werden. Beim nächsten Rennen pack ich es dann.
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Unschlagbar bei Highspeed und Beschleunigung |
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Im Rennen dann das gleiche Bild
wie im Freien Fahren. Irre Überlegenheit in den Beschleunigungszonen!
In Zahlen gefasst: Beim Durchzug von 150 - 250 km/h nimmt die S 1000 RR
(8,3 Sekunden) selbst der zweitbesten 1000er (Fireblade mit 9,1
Sekunden) fast eine ganze Sekunde ab. Eine Duc verliert 2,6 Sekunden
eine KTM 2,7 und eine Gixxer 1,7. Messungen MOTORRAD (Ausgabe 08 /
2010). Bei dem MOTORRAD Test in Nardo wurde auch die
Maximalgeschwindigkeit gemessen. Echte 305 km/h brannte die S 1000 RR in
den Asphalt. Die echte 300er Marke knackt im Moment keine andere 1000er.
Doch auch während des Rennverlaufes wurde klar, dass die S 1000 RR nicht
jedem zum Sieger macht. Man muss die Schaltpunkte präzise setzen um das
Höllenaggregat punkten lassen zu können. Auf 1000er fahr ich gerne mit
schlampigen Fahrstil und konzentriere mich auf die Linie. Ob 2er oder
3er Gang ist in meiner Liga ja oft egal. Nicht so bei der BMW. Eine 2er
Kurve im 3. Gang genommen bedeutet gegen eine 1000er GSXR ganz normal
3-4 Fahrzeuglängen. Vor allem die GSX-R aber auch die Honda haben im
unteren Drehzahlbereich deutlich mehr Drehmoment zur Verfügung. Die auf
der Zielgeraden gedemütigten Zweizylinder kamen mir bei solchen
Fahrfehlern dann auch immer wieder bedrohlich nahe. Hart Arbeiten musste
ich auch in den Wechselkurven. Ansonsten war ich mit dem Handling der
BMW zwar mehr als zufrieden. Dort wo die S 1000 RR aber auf Zug gehalten
werden musste, war hartes Anpacken nötig. Die S 1000 RR hat fahrfertig
vollgetankt 208 Kilo,
damit ist sie nicht die schwerste 1000er (214 Kilo, MV und R1) aber auch
nicht die leichteste (197 Kilo, Ducati 1198 S). Auf den langen Kurven, und davon gibt es am Slovakiaring
einige, genoss ich dann aber die Stabilität der S 1000 RR.
Resümee nach dem ersten Ringtag:
Engagierte Hobbypiloten können die Vorteile der S 1000 RR recht einfach
in bessere Rundenzeiten umsetzen. Das ist die wohl wichtigste Tugend die
eine Sportmaschine bieten muss. Für das kommende Wochenende beim
GH-Moto wird die S
1000 RR jedoch in eine würdige Verpackung gestopft. Nachbauverkleidung,
Akrapovic und ein paar alpha Racing Teile dürfen einfach in keinem gut
sortierten Racing-Haushalt fehlen. Meine Frau meint zwar die neue
Gartengarnitur fehlt nun sehr wohl, doch was bitte ist gegen die gute
alte Heurigengarnitur um 49,90 Euro auszusetzen? Alle Infos zum Umbau
demnächst auf 1000PS! |
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Interessante Links zur BMW S 1000 RR:
Photos: A. Hlavac und PhotoRejda |
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BMW S 1000 RR |
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| 1000ps Userbewertung für Bike: BMW S 1000 RR |
Optischer Eindruck: |
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Technischer Eindruck: |
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Gesamteindruck: |
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| Kaufkraft: |
ein Kauf heuer kommt für 16,13 % der Bewerter in Frage
ein Kauf später kommt für 32,26 % der Bewerter in Frage
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| 1000ps Userbewertung: BMW S 1000 RR von
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