Die beste 1000er? Der Test in Portimao klärt: Überlegene Leistung und Elektronik.
BMW S 1000 RR - Testbericht
Das Warten hat ein Ende! BMW hat die Motorrad-Abteilung von der Leine
gelassen. Klarerweise möchte man den Auto-Kollegen, die mit dem M3-Motor
seit Jahren die Referenz setzen, um nichts nachstehen. 193 Pferde sind
nun die neue Referenz in der Klasse und werden auf der anspruchsvollen
WM-Strecke in Portimao auf die Journalisten gehetzt.
Ich hab Pokale im Regal Herr Oberlehrer!
Die mahnenden Worte des Instruktors erinnerten an den Oberlehrer.
"Wir mögen
den ersten Turn bitte im kastrierten "RAIN" Modus beginnen und uns
erst dann bis in
den harten "SLICK" Modus hocharbeiten." Diese Empfehlung kann nur an den
Rest der Truppe gerichtet sein, ich selbst bin schon Rennen gefahren und habe
sogar ein paar Pokale im Regal. Doch man kennt ja das Sprichwort vom
Hochmut und dem Fall und so wählte ich widerwillig den "RAIN"-Modus mit dem
MODE-Schalter an.
Ein Rudel Ingenieure wird ersetzt durch einen
Knopf.
Der MODE-Schalter ist ein zentrales Element am neuen Motorrad. Es steuert
nicht nur wie klassenüblich die Elektronik um verschiedene Charakteristiken
des Motors abrufbar zu machen, sondern greift auch ins ABS (BMW nennt es Race ABS) und in
die DTC (Dynamic Traction Control) ein. Sozusagen kann man mit diesem einen
Knopf die Arbeit von einer Gruppe Elektronik-Ingenieure an der
Rennstrecke ersetzen - ihre Arbeit wurde schon vorab von den
Entwicklungsingenieuren und Testpiloten bei BMW erledigt.
Die DTC wird mit den Daten
der ABS-Sensoren (Rad-Drehzahl) und mit den Werten der erstmals zum
Einsatz kommenden Schräglagensensoren gefüttert. Je nach gewähltem
Modus, Schräglage und Drehzahldifferenz der Räder greift das DTC in die
Motorsteuerung ein. Das System kappt jedoch nicht ruckartig die
Leistungszufuhr sondern regelt diese - ausgesprochen nerven- und
reifenschonend - durch eine kombinierte Anpassung des Zündwinkels und
der Drosselklappenstellung.
Was passiert beim Bremsen?
Betätigt man die Vorderbremse, wird auch an der Hinterbremse leichter
Bremsdruck angelegt. Dadurch bleibt das Fahrzeug in der Bremszone
stabiler. Insgesamt vier Drucksensoren und eine ausgeklügelte
Hinterrad-Abhebe-Erkennung können zwischen kleinen Bodenwellen bzw.
"Reibwertsprüngen" und einem abhebenden Hinterrad unterscheiden. Im
Modus "RACE" und "SLICK" greift die Hinterrad-Abhebe-Erkennung nicht
mehr. Das heißt, man kann auch bei kleinen Bodenwellen maximale
Verzögerungswerte erzielen. Diese Vorteile können versierte Piloten
nutzen, Gelegenheitsringfahrer können wenn sie möchten, diese beiden
Modi meiden und weiterhin den Schutz des ABS genießen.
Auch auf die Gefahr hin nun selbst wie ein Oberlehrer zu klingen - die
verschiedenen Modi haben einen wesentlichen Einfluß auf das
Regelverhalten der Assistenzsysteme und greifen dadurch in das
Fahrverhalten ein. Man sollte hier ausnahmsweise die
Bedienungsanleitung lesen und sich eingehend mit den Systemen
beschäftigen. Nörgler könnten meinen, dass sie auch früher ganz gut ohne
elektronische Helfer auskamen. Früher gab es allerdings auch keine 193
PS bei einem solchen Leistungsgewicht und einer solchen
Fahrwerksgeometrie.
RAIN
SPORT
RACE
SLICK
Leistung
150 PS
193 PS
193 PS
193 PS
Ansprechverhalten
Motor
sanft
=>
=>
sehr direkt
ABS bei Betätigung
der Vorderbremse
JA
JA
JA
JA
ABS bei Betätigung
der Hinterbremse
JA
JA
JA
NEIN
DTC - Regeleingriff
früh
=>
=>
sehr spät
DTC - Aktivierung
immer aktiv
immer aktiv
immer aktiv
aktiv ab 20 Grad
Schräglage
Lange Wheelys
möglich?
NEIN
NEIN
NEIN
JA
Hinterrad-Abhebe-Erkennung
AKTIV
AKTIV
NICHT AKTIV
NICHT AKTIV
Anbremsdrifts
möglich?
NEIN
NEIN
NEIN
JA
Einsatzgebiet:
Regen, schlechte
Fahrbahnverhältnisse oder erste Runden auf Rennstrecke mit
kalten Reifen.
Landstrasse bzw.
Rennstrecke für Gelegenheitsfahrer.
Rennstrecke mit
Strassenreifen. Für erfahrene Piloten.
Rennstrecke mit
Supersport- oder Slickreifen bei perfekten Bedingungen. Für
erfahrene Piloten.
Mehr als nur ein Knopf fürs
Einspritzmapping: Der MODE-Schalter.
Gut versteckt aber immer mit
schützender Hand zur Stelle: Der Lenkungsdämpfer.
193 PS und kalte Reifen - Hilfe wird dankend
angenommen
Doch schon nach wenigen Kurven lernt man die Möglichkeiten des MODE-Schalters
zu schätzen. Kalte Reifen, eingerostete Motorik und 193 PS sind eine Kombination
mit Stresspotential. Man kann es sich schwer machen, oder auch leicht und lässt
sich eben ein wenig von der Elektronik unter die Arme greifen. Im RAIN-Modus
spürt man sehr deutlich das überaus sanfte Ansprechverhalten vom Motor und das
frühe Eingreifen der DTC beim Rausbeschleunigen. An diesen Sicherheitspolster
klammerte ich mich gedanklich noch stärker als an die beiden Lenkerenden. Die
Maschine ist eine richtige Rakete und schafft es mir endlich mal wieder Angst
einzujagen. Ein himmlisches Gefühl so ein irres Tier bändigen zu müssen. Ich
verspührte plötzlich keinen Scham mehr, dass mir die elektronischen Helfer
zumindest im Kopf ganz deutlich bei dieser Bändigung zur Seite stehen.
Wheelies bei 230, keine Ruhepause bis 280.
Im Modus "SPORT" angelangt bekam ich einige Runden später die S 1000 RR
wesentlich härter präsentiert. Letzte Kurve wird volles Rohr gegeben, nach den
ersten Metern auf der Zielgeraden hat sie bereits 230 km/h auf der Uhr. Diese
kleine Kuppe hier zu Beginn der Zielgeraden in Portimao reicht um das Motorrad
im 4. Gang kurz aufsteigen zu lassen - schlimmeres verhindert die DTC. Sobald man diesen Schocker verdaut hat,
werden die Nerven erneut auf die Probe gestelllt. Die Maschine lässt einfach
nicht nach. Man erwartet sehnsüchtig jenen entspannenden Punkt auf der Zielgeraden
wo es etwas gemütlicher wird, der Winddruck die Motorleistung bändigt und man ein wenig Kraft tanken kann, doch es wird
bis zum bitteren Ende gnadenlos weiterbeschleunigt. 240, 250, 260, 270...die
Ziffern im Tachometer rotieren ähnlich schnell wie der Puls des Piloten. Bei
Tempo 280 spielen meine Nerven dieses grausame Spiel nicht mehr mit und ich
drehe zu früh, also noch vor dem Bergabstück, den Gashahn zu.
Die darauf folgenden
Verschmähungen der Kollegen im Fahrerlagen hatten leider einen
fundierten Hintergrund. Das ABS hat eine Hinterradabhebe-Erkennung und
greift regelnd ein. Es gibt also keinen Grund hier am Ende der
Zielgeraden in die Hosen zu machen - es kann auch bergab mit 280 ganz
kräftig geankert werden.
2:0 für BMW
Zwei Sachen waren also schon nach dem ersten Turn klar.
Erstens: Die BMW S 1000 RR ist leistungsmäßig derzeit die stärkste 1000er am
Markt. Auch ohne Prüfstand spürt man die Überlegenheit im hohen
Geschwindigkeitsbereich recht unbarmherzig. 193 PS klingen zwar nicht nach so
viel mehr, wenn man sich die Leistungsangaben der anderen 1000er ansieht. BMW
nimmt es aber mit der Leistungsangabe extrem genau und es gibt eine klare Order
von ganz oben: Kein Motorrad verlässt das Werk in Berlin mit nicht mindestens
190 PS - mehr Serienstreuung oder gar Prospektprosa wird nicht toleriert.
Zweitens: Dieses ganze Elektronik-Spielzeug funktioniert. Man hat hier nicht
bloß ein Knopferl montiert um damit beim Stammtisch glänzen zu können, sondern
Fahrer aller Leistungsklassen können die Vorteile klar umsetzen.
Keine Experimente beim Fahrwerk
Beim Fahrwerk setzt BMW auf Bewährtes. Keine Experimente mit alternativen
Radaufhängungen, sondern eine ganz normale Telegabel samt ganz normalen
Federbein. Doch halt - mit 46 mm Standrohrdurchmesser ist die Upside-Down-Gabel
der BMW doch üppiger dimensioniert als "normal". Der Verstellbereich ist zwar breit, mit jeweils 10
Clicks aber nicht so fein einstellbar wie bei den meisten Japanern. BMW wertet
das als Vorteil. 10 Clicks für die Zugstufe, 10 Clicks für die Druckstufe,
selbiges hinten beim Federbein und das alles noch sauber mit Ziffern beschriftet
- man will es dem Kunden möglichst leicht machen. Ein Feature in der
Fahrwerksgeometrie ergibt sich durch die kompakte Bauweise des Motors. Die
Getriebewellen sind übereinander angeordnet, was wiederrum Platz macht für eine
besonders lange und auch hübsche Aluminiumschwinge.
Auf der Strecke hat die BMW dann aber jenen Charakter, den man von einer
mustergültig entwickelten Maschine erwartet. Sie ist handlich, aber eben nicht
zu handlich um auf der Geraden an Stabilität zu verlieren. Sie trifft die Linie
punktgenau, kippt aber nicht von alleine in den Scheitel. Insgesamt gibt es beim
Fahrverhalten keine radikalen Vorteile in der einen Richtung, welche dann in
anderen Bereichen Nachteile nach sich ziehen. Auswogen, trifft die Sache wohl
auf den Punkt. Diese Auswogenheit ist jedoch nicht nur dringend nötig, sondern
wird dann in Kombination mit der überlegenen Motorleistung zum echten Vorteil.
Gut möglich, dass auch der überaus gutmütige Metzeler Racetec Interact das
Fahrwerk so problemlos erscheinen lässt, dass man die 193 PS zumindest in Sachen
Fahrwerksreaktionen unspektakulär in Szene setzen kann. Die deutlich in Richtung
"Handlichkeit" getrimmten Geometriewerte, werden vom Lenkungsdämpfer gezähmt. In den langsamen Kurven benötigt man daher etwas Druck am
Lenker, bei den Wheelies mit 230 km/h ist man jedoch heilfroh über den zähmenden
Lenkungsdämpfer.
Kein Click Overkill beim Fahrwerk.
10 Clicks gibt es überall - sauber beschriftet und einstellbar mit
Zündschlüssel.
Mittels exzentrischer Lagerung kan
man den Schwingendrehpunkt ändern. Keine Anpassungsmöglichkeiten hat man
bei der Serienfußrastenanlage.
Ganz normale Supersportbremse - nur eben mit ABS
oben drauf.
Breiter Verstellbereich bei der
hinteren Achsaufnahme: 45 mm.
Unter der Sitzbank sitzt die
Steuereinheit für das ABS - hier treffen die elektrischen und
hydraulischen Leitungen aufeinander.
Alte Bekannte treffen Supersport-Insider auch bei den Bremsen: Brembo! Die
Bremsanlage wurde von uns ausschließlich in einer Race ABS Variante getestet.
Wie der Name schon sagt, hat das ABS System mit bisherigen Systemen nicht mehr
viel gemeinsam. Die Namensgebung "Race" ist der Anlage mehr als würdig und offen
gesagt, ist auf trockener Strecke von dem ABS nichts zu merken. Druckpunkt,
Bremswirkung und Dosierung sind so wie man es von einer hochwertigen
Brembo-Anlage erwartet. Im Vergleich zum uns bekannten C-ABS von Honda hat das BMW System 2
Vorteile. Zum Einen ist es leichter (2,5 kg Gesamtgewicht) und zum Anderen kann
man auf der Rennstrecke die Möglichkeiten der Bremsanlage noch besser ausnützen.
Denn mittels Mode-Schalter befördert man auch das Race ABS in einen "SLICK"
Modus und füttert so den ABS-Computer mit deutlich höheren Reibwerten als im
"RAIN" oder "SPORT" Modus. Das ABS lässt dann
Verzögerungswerte zu, welche der Haftungsgrenze schon sehr nahe kommen. Gegenüber einer herkömmlichen Bremsanlage bleibt aber
immer noch ein konstruktionsbedingter Nachteil übrig. Das ABS-System benötigt längere Bremsleitungen,
da der Bremsdruck erstmal zur Steuereinheit unter die Sitzbank gebracht wird und
dann zu den Bremszangen. Bei besonders harten Belastungen wandert der Druckpunkt
dadurch also eher als bei herkömmlichen Bremsanlagen mit kurzen Bremsleitungen.
Offen gesagt blieb es mir mit meinem fahrerischen Potential jedoch verwehrt die
Bremso so in Verlegenheit zu bringen. Unter den Testern fanden sich jedoch auch
ehemalige GP-Piloten und sonstige Meisterschaftsfahrer die eben in der Lage
waren über einen "dezent wandernden Druckpunkt" zu philosophieren.
Raunzen auf hohem Niveau
Beim Thema "Raunzen auf hohem Niveau" könnte man auch noch Kupplung und
Getriebe kritisieren. Die Kupplung erfordert viel Handkraft, was im Stadtverkehr
möglicherweise störend werden könnte. Beim Getriebe ließen sich erster und
zweiter Gang nicht ganz so leicht einlegen wie bei den derzeitigen
Klassenbesten. Beim Thema Kupplung und Getriebe gerät man aber auch ins
Schwärmen. Die serienmäßige Anti-Hopping-Kupplung ist gut gelungen und so
abgestimmt, dass man eigentlich nicht viel über sie nachdenken muss. Der
Schaltassistent aus dem BMW-Zubehörprogramm sollte von jedem Käufer unbedingt
mit bestellt werden. Die Zusammenarbeit mit der Motorelektronik ist absolut
makellos und man kann auf den langen Geraden wahre Beschleunigungsorgien erleben
- vollkommen ruckfrei werden die Gänge mit Gas auf Anschlag durchsortiert.
Lasst euch nur nicht von der Farbe täuschen
In der beim Test gewählten Farbe macht die S 1000 RR zwar einen sehr
gediegenen Eindruck, das Motorrad geht aber auch bei der Sitzposition keinen
halben Weg in Richtung Tourensportler. Man sitzt gebückt und kann den Windschutz
nur genießen, wenn man sich stark nach vorne kauert. Etwas Milde zeigt die BMW
jedoch für größere und schwere Piloten, diese haben mehr Bewegungsfreiheit
und Komfort als auf den Japanern. Man könnte es auch Heimvorteil nennen - denn
die Testpiloten und Entwickler in Europa kommen unserer Statur natürlich etwas
näher als ihre Kollegen aus fernen Ländern. Die Position der Fußrasten sind in
der Serienausstattung jedoch nicht einzustellen, dafür benötigt man die HP
Anlage aus dem Zubehörprogramm.
Gemeinsam mit Troy Corser und Jürgen Fuchs am
Männerspielplatz
Im Laufe des Tages entwickelten wir uns mit dem Motorrad rasch weiter. Vor
allem die rationalen Deutschen vertrauten den elektronischen Helfern blind und
nieteten am Kurvenausgang mächtig ein. "Warum zögern? Das DTC zeigt mir genau
die Grenzen auf und in der nächsten Runde weiss ich wo das Limit ist!" Die
Rennstrecke verwandelte sich in einen großen Männerspielplatz. Mittendrinn
Superbike-WM Star Troy Corser, der sichtlich Spaß daran hatte als Hetzhase zu
dienen oder auch BMW-Instruktor und Ex-GP Fahrer Jürgen Fuchs. Es war ein
beängstigendes Schauspiel.
Ab
dem Scheitel weg wurden die Hinterräder der BMWs immer und immer wieder kurz versetzt und
wieder eingefangen. Rund 40 Journalisten, ein paar BMW Mitarbeiter und die
Rennfahrer hatten ihre Hemmungen weitestgehend abgelegt und gaben kräftig Feuer.
Das ist normalerweise jener Punkt, wo sich die Mechaniker gedanklich auf eine
lange Nacht vorbereiten, doch alle blieben cool. Nicht ein einziger Sturz
während des ganzen Tages! Es könnte Zufall sein, aber ich mach den Job
mittlerweile seit 8 Jahren und habe erkannt, dass es bei einer so hohen Anzahl
an gefahrenen Runden durch verschiedenste Piloten keine Zufälle gibt. Null
Stürze sind für mich ein klarer Qualitätsbeweis des Reifens Metzeler Racetec
Interact (Wir fuhren übrigens die Strassenversion K3 und keine butterweichen 0er
oder 1er Mischungen) und des gesamten Fahrzeuges samt elektronischer Fahrhilfen.
Vom BMW Händler direkt ins Gipszimmer...
Bevor die ersten Irren nun mit lauten "Heureka"-Rufen vom BMW-Händler direkt
ins Gipszimmer fahren noch relativierende Worte. Man kann mit DTC und ABS auch
nicht mehr Kraft vom Reifen auf den Asphalt übertragen als bei herkömmlichen
Motorrädern. Wer zu schnell in die Kurve fährt, fliegt weiterhin ganz normal
übers Vorderrad ab. Die Grenzen der Physik können auch mit all den Bits und
Bytes nicht verschoben werden. DTC und ABS helfen uns einfach nur diesen Grenzen
mit dem Fahrzeug mit weniger Gefahr näher zu kommen. Jene Erfahrungen die
Rennfahrer mit dutzenden Stürzen gemacht haben, können wir nun mit einem
Sicherheitssystem gefahrloser sammeln.
Die ehemaligen Rennfahrer in unserer
Runde waren sich auch sicher: Die elektronischen Fahrhilfen machen durch diese
Lerneffekte Hobbyracer bis hinauf ins nationale Meisterschaftsniveau messbar
schneller. Und der Rest, also die Spitzenpiloten rund um den Globus brauchen diese Systeme
ohnehin nicht
mehr - sie haben sie schon vor 1-2 Saisonen auf dem Zubehörmarkt gekauft.
Allerdings zu einem vermutlich 10 mal höherem Anschaffungspreis (Das BMW ABS &
DTC kostet in Österreich samt Nova und MWSt. 1.428 Euro) und einem
unvergleichbar höherem Aufwand während des Einsatzes. Während bei dem fertigen
System von BMW die Elektronikingenieure schon die ganze Arbeit gemacht haben und
uns mit dem MODE-Knopferl ein kindersicheres Abstimmungstool in die Hand geben,
müssen die Profis mit ihren Zubehörsystemen gleich einen Ingenieur mit
engagieren.
Bei all des Lobes über die irre Leistung
der BMW möchten wir aber die daraus resultierenden Nachteile nicht unerwähnt
lassen. Die 1000er fühlt sich im 4-stelligen Drehzahlbereich etwas zahmer als
die japanischen Kollegen an, das echte Inferno gibt es erst ab 10.000 Touren. Es
muss aber vor allem auf der Landstrasse nicht unbedingt ein Nachteil sein, dass
man im niedrigen Drehzahlbereich etwas weniger Angst vorm Gasgriff hat.
Die Maschine ist vom Antrieb mal abgesehen auf dem derzeitigen Niveau von R1,
GSX-R und Co. Bremsen, Fahrwerk, Handling und Stabiltiät - nirgendwo hat man
deutlich ausgeprägte Vor- oder Nachteile gegenüber den Japanern. Nur der Motor
macht die S 1000 RR zur Besten, wenn man die Leistung in den Fokus stellt. Oben
drauf gibt es quasi als Sahnehaube noch ein richtig komplettes Elektronikpaket.
Getarnt als Fahrsicherheitssysteme helfen ABS und DTC uns spürbar schneller zu
fahren. Wer das im Fokus hat, hat im Moment keine andere Wahl.
Feine Details beim
Heck..
...und an der
Verkleidung - hübsche Blinker inklusive.