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kot |
Hypermotard 796 Test |
04.11.2009 |
Druck
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Ist die Hypermotard 796 ein Frauen- und Fahrschulmotorrad? 1000PS klärt in Bologna.
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Ducati Hypermotard 796 |
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Hyperwonder |
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Als die Meccanici aus Bologna vor 2 Jahren die Hypermotard 1100 und die
schwedisch vergoldete 1100S (Öhlins) auf den gemeinen Straßenfahrer losließen, war das so,
als hätten sie im Kindergarten Messer, Schere, Feuer und Licht zwischen
Gummibälle und Plüschtiere gelegt. Schärfer, heißer und radikaler als
alles andere. Gefahr hat eben ihren Reiz. Ein
überlegenes Spielzeug, das viele nicht im Stande waren, verletzungsfrei
zu bedienen. Einige kamen dann weinend angerannt, nachdem sie sich an
der italienischen Furie die Finger verbrannt hatten. Für Erwachsene mit
ausreichend Erfahrung war sie allerdings nichts Anderes, als das richtige Essbesteck
zum Anrichten und Verspeisen von übermotivierten und
-motorisierten Unterqualifizierten. Mahlzeit! Ultra-aggressives Bremswerk trifft auf
gewaltbereiten V2 und wenig Gewicht, die extrem nach vorne orientierte
Sitzposition und ein breiter Lenker erzeugten ein drastisches Handling,
das man verantworten können mußte. Man sitzt oben auf statt mittendrin,
vor dem Gesicht praktisch keine Spiegel und fast kein Tank. |
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Essbesteck zum Verspeisen übermotivierter
Unterqualifizierter. |
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Unsere letzte
Testfahrt fand mit eben dieser Hypermotard 1100 S statt, dem Damaszener unter
den nahkampferprobten Leichtschwertern. Auch für uns nicht ohne Risiko.
Besonders die kompromisslose Vorderradbremse, deren radial montierte
4-Kolben Kiefer von Brembo sich in zwei halb schwimmend gelagerte 305 mm
Scheiben verbissen wie ein Staffordshire in Omas Katze, verlangte nach
wohl dosierter Bedienung. Angeblich der häufigste Grund für einen Abgang
mit der Hyper. Alles in allem ein Sportgerät, mit dem man eher nicht um
ein paar Beautyprodukte und einen Satz Klopapier ins nächste
Fachmarktzentrum fährt.
Eine entschärfte Version (da stellt's uns auch immer die Haare auf)
mußte her. Tauglicher im Alltag, freundlicher zum Kunden und fahrbarer
für einen größeren Kundenkreis. Im Normalfall bedeutet das Kahlschlag
bei Leistung und Performance. Doch bei Fahrzeugherstellern mit einer
stolzen und leidenschaftlichen Geschichte im sportlichen Wettkampf und
einer ebenso kompetitiven Ausrichtung seiner straßenzugelassenen
Serienmaschinen werden keine Schleusen zugedreht, ECU Einheiten
entschärft und Gasgriffe auf maximal 4.000 U/min. plombiert. Da
konzentriert man sich zunächst einmal auf die evolutionsbedingt
notwendigen Schritte. Das bedeutet im konkreten Fall die Entwicklung
eines neuen Motors, der 796 heißt, 803 Kubik hat, 81 PS bei
drehfreudigen 8.000 U/min. leistet und Serviceintervalle von 12.000 km
verspricht. Er ist gute 2 Kilo leichter als das 696er Aggregat aus der
kleinsten Monster. Massig Gewicht wurde außerdem beim Rahmen und an der
Vorderradgabel eingespart. Weg mit 12 Kilo Speck. |
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Damit fährt man nicht um Beautyprodukte und Klopapier. |
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Neu gestaltet wurden die obere und untere Brücke der 43 mm Upside-Down
Gabel, sowie die Gabelfüße. Die Marzocchi Gabel und ein
effizienter gefertigter Rahmen lassen so 6 Kilo im Fahrerlager, die
Motoreinheit nimmt der Hypermotard 1100 nochmals 6 Kilo ab. Da wird die
Schwester neidisch und der Leistungsnachteil relativ. Ist nicht das
Einzige, was es zu beneiden gibt. Armaturen und digitale
Instrumenteneinheit vom bösen Streetfighter, Brems- und Kupplungshebel
4-fach einstellbar. Einziges, wirkliches Zugeständnis an eine einfachere
Fahrbarkeit der kleinen Hypermotard ist somit die gegenüber der 1100er
um 20 mm niedrigere Sitzhöhe von 825 mm. In der Praxis kommt das nicht
nur Menschen von kleinerer Körpergröße entgegen, es fühlt sich überhaupt
komfortabler an und macht die Handhabung des Motorrads im Alltag
unkomplizierter. Doch ehrlich gesagt, versprach der hauseigene Werbeclip nicht viel. Alles
sehr provinziell, zivilisiertes Fahren auf dem Land und in der Stadt,
gerne auch paarweise. Kein
verkehrspsychologisch entgleister Rowdy wie im Superduke Video am Werk
und kein Ruben Xaus, der am Oberschenkel durch die Kurve slidet. Als wir den
einzigen kurzen
aber niedrigen Wheelie über die Leinwand flackern sahen, waren wir sehr
besorgt. Man wird es doch nicht gewagt haben, der kleinen Hyper den
Willen zum Wheelen zu nehmen. Wir diskutierten allen Ernstes darüber, ob die 796 aufs Hinterrad
gehen würde, und wenn ja, ob es auch von Hobbyhüpfern wie uns zu
bewerkstelligen wäre.
Bei Supermotos hätten wir diesen Worst-Case zwar noch nicht
erlebt, aber es gibt durchaus Naked-Bikes am Markt, die bei 80 PS kein
echtes Stehvermögen zeigen. |
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Ducati Hypermotard 796 Official
Video |
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Haben die Bolognesen beim Ansprechen eines neuen Kundenkreises etwa vergessen, den alten zu erhören? Doch schon vor dem ersten Kreisverkehr war klar, daß Ducati mit dem Motor alles richtig gemacht hat. Kurzer Zupfer am Gas
und der 180er Hinterreifen trägt das weisse Pferd und seinen Reiter
erhaben durch die Gassen von Bologna. Eine Droge, von der man sofort
süchtig wird und die, wenn man mit ihr umgehen kann, erstens irrsinnig
Spaß macht und zweitens erheblich weniger Schaden anrichtet, als die Hundert
Millionen Tschik, die jährlich abgebrannt in den Lungen junger Leute
landen. Vorausgesetzt, man läßt das Vorderrad nicht so unsanft wieder zu
Boden fallen, wie ich.
Daß die Gabel dabei auf Anschlag geht, ist mir allerdings noch nie
passiert. Ebenso nachgiebig reagierte sie in den Bremszonen, was bei
harten Bremsmanövern auf Kosten der Präzision und Sportlichkeit ging.
Hätte ich mir im Grundsetting nicht nur ein bisschen, sondern wesentlich
härter gewünscht. Eine Supermoto muß fest ins Gericht gehen, sonst
setzt' ich mich gleich auf eine Big Enduro. Man legte die 796er doch
komfortabler aus, als anfangs angenommen. Äußerlich ist sie ja von der
1100er kaum zu unterscheiden. Die stilechten Merkmale der Hypermotard
Baureihe wurden konsequent beibehalten: Underseat-Auspuff,
pfeilförmige Rücklicht-Einheit mit Spoiler, Handguards mit Blinker, Einarmschwinge -
und leider auch die unsäglich unpraktischen Spiegel. Auf die Frage, ob
denn die Kundschaft zufrieden mit der Funktionalität der Klappohren
gewesen sei, reagierte man kaum. |
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Ducati Rot nur gegen 300 Münzen extra. |
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Wir wissen nun lediglich, daß der gewöhnliche Hypermotard-Fahrer in der
Stadt meist nur zu 50% und am Land zu 0% von den Schminkspiegeln
Gebrauch macht. Zentralisierung der Massen, wahrscheinlich.
Die wahre Freude kommt von innen, nämlich vom Motor, der sauber nach
oben dreht und die kleine Hyper in Sachen Spaß ganz dicht an die große
schiebt. Jedem Wheelieorgiasten wärmstens zu empfehlen. Mit der 796 geht
alles etwas einfacher und lockerer von der Hand, als mit der 1100er. Man
kann entspannter fahren, muß nicht ständig auf der Hut sein. Die
Kupplung ist leichtgängiger, die Bremse bestens zu dosieren, äußerst
kraftvoll und dennoch weniger aggressiv als die der 1100 S.
Daß die Hypermotard 796 einen weiteren Einstieg in die Welt von
Ducati bietet, bedeutet nicht, daß sie fortan das Einsteigerbike von
Ducati ist. Das ist immer noch die Monster 696, die nach einer weniger
kundigen Hand verlangt. Bei dem Preis werden sowieso nicht viele Twens
beim Motorradhändler um eine 796 vorstellig werden. Knapper Zehner. Und
größter Skandal: In rot mit 300 Münzen Aufpreis. Einzige Möglichkeit,
die Anschaffungskosten wieder herein zu holen, ist über den Verbrauch,
der laut Ducati im Normalfall bei knapp unter 5 Litern (4,8) liegt. Was
es noch zu beweisen gilt. Für alle Nicht-Anfänger und
Nicht-Wiedereinsteiger jedenfalls eine neue, spaßintensive und trotzdem
umgängliche Alternative zu orangen SMs und Nakeds von Britannien bis
Japan. |
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TECHNISCHE DATEN Ducati Hypermotard 796 |
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MOTOR: |
Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor |
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BOHRUNG x HUB: |
88 x 66 mm |
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HUBRAUM: |
803 ccm |
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LEISTUNG: |
57 kw ( 78 PS) bei 8.000 U/min. |
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STARTER: |
77 Nm bei 6250 U/min. |
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VERDICHTUNG: |
11:1 |
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BENZINAUFBEREITUNG: |
Einspritzung 45mm |
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RAHMEN: |
Gitterrohrrahmen |
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SCHWINGE: |
Aluminium Einarmschwinge |
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GABEL: |
43 mm Upside-Down |
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BREMSE VORNE: |
Doppelscheibenbremse 305 mm, Vierkolben-Festsättel |
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BREMSE HINTEN: |
Scheibenbremse 245 mm, Zweikolben-Festsattel |
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RÄDER: |
Alu Gussräder |
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BEREIFUNG: |
120/70 ZR 17, 180/55 ZR 17 |
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RADSTAND: |
1455 mm |
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LENKKOPFWINKEL: |
66 Grad |
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NACHLAUF: |
100 mm |
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SITZHÖHE: |
825 mm |
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TANKINHALT: |
12,5 l |
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GEWICHT (trocken): |
167 kg |
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FARBEN: |
weiss, rot |
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PREIS: |
mattschwarz/mattweiss: 9.995,- rot:
10.295,- |
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| Aktuelle Produktangebote |
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Interessante Links:
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Text: kot
Bilder: Ducati |
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| 1000ps Data Recording |
Hypermotard 796 Test |
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online seit : 933 Tagen |
gelesen: 36794 mal |
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| 1000ps Userbewertung für Bike: DUCATI Hypermotard 796 |
Optischer Eindruck: |
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Technischer Eindruck: |
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Gesamteindruck: |
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| Kaufkraft: |
ein Kauf heuer kommt für 28,00 % der Bewerter in Frage
ein Kauf später kommt für 40,00 % der Bewerter in Frage
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| 1000ps Userbewertung: Hypermotard 796 Test von
kot |
Photos: |
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Text: |
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