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kot |
Bandit 650 & GSX-F 650 |
10.09.2009 |
Druck
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2 Charaktere, 1 Motor. Suzuki Bandit 650 ABS und GSX-F 650 ABS.
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Suzuki Bandit 650 & GSX-650F |
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6 Wochen Roller- und Mopedtests en suite bleiben
nicht ohne Folgen. Der Umstieg auf ein richtiges Motorrad mit über 500
Kubik fühlt sich dann etwa so an, als hätte man sich wochenlang in
Zeitlupe oder auch gar nicht bewegt und würde dann versuchen, in der
Tokioter Innenstadt während der Rush Hour seine Wochenendeinkäufe zu
erledigen. Man ist schlichtweg überfordert. Alles geht zu schnell, alles
ist zu viel. Nicht allein mit der körperlichen Belastung kommt man anfangs
nicht zurecht, man ist auch schwer damit beschäftigt, das Ding an allen
Ecken richtig zu bedienen. Kupplung und Schalthebel waren mir nur mehr
entfernt bekannt. |
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Ich sage das, um klar zu machen, in welchem
Zustand ich mich befand, als ich das erste Mal auf die Suzuki GSX-650F
stieg. Was für ein Höllengerät! Der 4 Zylinder 16V Reihenmotor mit 656
Kubik Hubraum leistet im vollverkleideten Allround-Sportler mit 85 PS
bei 10.500 U/min. exakt dasselbe wie in den beiden Schwestern Bandit und
Bandit S. Das maximale Drehmoment von 61,5 Nm steht bei allen drei bei 8.900
U/min an, der Motor zieht aber schön rund aus unteren Drehzahlbereichen
saftig nach oben. Das Aggregat ist mittlerweile altbewährt und verrichtet
routiniert und zuverlässig seinen Dienst. Leider nicht ganz
störungsfrei, wenn man Vibrationen, vor allem im Oberschenkelbereich,
als solche empfindet. |
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Wenn schon ein Riesenrohr, dann mit Sinn und Zweck. |
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Da sind wir von modernen 4-Zylinder Motoren
bereits Kultivierteres gewohnt. Fällt allerdings nur so pingeligen
Leuten wie uns auf. Ein größeres Problem ist das fahrfertige
Gewicht von blunzigen 241 Kilogramm. Für einen Sporttourer der mittleren
Hubraumklasse ein stattliches Maß. Allerdings fehlen echte
Vergleichswerte. Stellvertretend für die Fülligkeit
der GSX-F steht das für heutige Verhältnisse riesige Edelstahlrohr auf
der rechten Seite. Da kann nur noch BMW mithalten, deren Motorräder
wohlgemerkt mit doppeltem Hubraum relativ leise daherkommen. Damit kann
man bei mir zwar keine Pluspunkte sammeln. Doch wenn schon Riesenrohr,
dann soll es einen Zweck erfüllen. Für die Optik macht man sowas
bestimmt nicht. |
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Die fast 5 Zentner Gewicht müssen von einer 41mm Telegabel und einem
Standardfederbein in der Bahn gehalten werden, beide sind in der Vorspannung
einstellbar. Am Weg in die Arbeit und auf flotten, aber defensiven Touren behält
das Fahrwerk die Fassung, sobald man in den Angriffsmodus wechselt,
wird man allerdings durch schwammiges Verhalten in flotten Kurven und
etwas unpräzises Einlenken bald daran erinnert, daß
man auf keiner GSX-R sitzt. Komfort ist der Bruder der Unsportlichkeit. Das Handling ist aufgrund schlanker
Bereifung (vorne: 120, hinten: 160, Bridgestone BT-020) und eines breiten Lenkers trotzdem
gut, wer sportlicher fahren will, muß sportlicher wählen.
Auf der anderen Seite kann die F auch manches, was die R nicht
kann. So sitzt man beispielsweise wesentlich bequemer, bei einer
Sitzhöhe von 770 mm (GSX-R 600: 810 mm) sollte den meisten FahrerInnen
ein fester Stand möglich sein. Etwas
überraschend die Tatsache, daß die GSX-F mit keinem Hauptständer
ausgestattet wurde, auf einen solchen kann hingegen die Bandit stolz
sein. Der Windschutz ist großzügig und ermöglicht noch bei 170 km/h eine
entspannt aufrechte Haltung. Schneller ist sowieso nicht
erlaubt....bitte?...........aha, echt?.......höre gerade aus der
Redaktion, daß sogar nur 130 km/h erlaubt sind. Sorry, mein Fehler. |
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Keine Auto-Armaturen durch GSX-R Vererbung. |
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Um ja niemals schneller als 130 zu fahren, verfügt die Suzuki über einen
Tacho, der sich genau im Blickfeld des Fahrers befindet. Der zeigt nicht
nur digital die Geschwindigkeit und analog die Drehzahl an. Ein kleines
Fenster im analogen Kreis informiert den StVO konformen Bürger über den
momentan eingelegten Gang. Ab und zu ist es doch ganz hilfreich,
wenn man das mit einem kurzen Blick checken kann. Ebenfalls informiert wird man über den
optimalen - oder letztmöglichen - Zeitpunkt, den nächst höheren Gang
einzulegen. Ein Hauch von Rennstrecke weht im Cockpit, stammen die
Instrumente doch aus früheren GSX-R Modellen und wirken keineswegs
bieder oder erinnern gar an die Armaturen eines Autos. Ihr sportliches
Äußeres könnte manchen dazu verleiten, sich zuviel von der GSX-F zu
erwarten. Die Farbe von der Hayabusa, die Front trägt unverkennbar GSX-R
Gesichtszüge. Tatsächlich ist sie vom Wesen eine pflichtbewußte
Begleiterin in fast allen Lebenslagen, auf dem Arbeitsweg wie auf der
Fernreise, die nie Euphorie auslöst, aber immer glücklich und zufrieden
macht. |
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2008 noch ein Wunsch, jetzt Realität: ABS serienmäßig. |
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Das aktuelle
Modell mit serienmäßigem ABS kostet angemessene € 7.999.-, das Modell
2008 ohne ABS ist mit einem Aktionspreis von 6.299.- ist jedoch ein echtes Schnäppchen. |
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Gut ablesbar. Die Ganganzeige hat ihren Platz im analogen
Drehzahlmesser. |
Bei der Bandit ist der Motor schwarz, bei der GSX-F
nur der Lenker. |
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Der Kopf des Adlers. Suzuki bleibt sich bei den sportlichen GSX Modellen
treu. |
Die sechseckigen Blinker wollen irgendwie nicht recht zum runden Körper
der GSX-F passen. |
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Stabiler Haltegriff für Beifahrer im Heck. |
Ein Rohr von einem Auspuff. Fast nostalgisch. |
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Wieso ich mich mit einer Bandit nie anfreunden konnte? Vielleicht, weil
NastyNils eine besessen hat, damals, als er mich am Eisenstädter
Sklavenmarkt für ein halbes Grillhendl erstanden hat. Vielleicht, weil ich einmal mitansehen mußte,
wie ein Freund von mir schon 10 Minuten nach dem Kauf einer gebrauchten
1200 Bandit S in eine tiefe Depression fiel. Er hielt an, stieg ab und
schlich langsam um seine Kuh, während er ständig murmelte "Es war die
richtige Entscheidung...ganz sicher...ja...das paßt schon...ich wollte
die haben und jetzt habe ich sie...is eh super" Dann begann er zu
weinen. (Er hatte vergessen, daß er nur Ducatis gut findet.) All diese Erlebnisse der Vergangenheit haben mich irritiert und
nie ein Verlangen in mir aufkommen lassen, jemals eine Bandit fahren zu
wollen. Bis ich es schließlich mußte und sich die dunkle Vergangenheit
nun endlich in einer strahlenden Gegenwart auflöst. |
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Er stieg von der Bandit, murmelte und begann zu
weinen. |
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Ohne Verkleidung ist alles leichter? Nicht die Bandit. Sie bringt
fahrfertig um 4 Kilo mehr auf die Waage, als die GSX-F, in Zahlen 244.
Wie das möglich ist, kann ich nicht eindeutig beantworten, es dürfte
sich um jede Menge Eisen handeln. Das macht wiederum diesen echten
Charme der Bandit aus und genau das dürfte der Grund sein, wieso sie
nach wie vor viele Anhänger, fast schon Fans hat.
Da paßt es dann auch mit dem Motor, der in gewissen Drehzahlbereichen
gerne ein bisschen rauer werden darf. Denn wir fahren ein Naked-Bike,
das ist was Ehrliches, was Ursprüngliches. Für dieses Motorrad wurde der
Motor gebaut, die GSX-F hat ihn sich nur geborgt und unter ihrem Rock
versteckt. Deshalb hat man auf der Banditin einfach das Gefühl, daß
dieses Motorrad in sich stimmig ist und nicht mit späteren,
post-produktiven Veränderungen zu etwas gemacht wurde, das nicht die
Summe seiner Teile ist. |
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Nacktes Silber an der Bandit, schwarzes Geweih auf der
GSX-R. |
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Trotz einiger Modernisierungen ist die Bandit
schon seit langer Zeit ein Klassiker. Da wußte auch Suzuki und ging bei
Änderungen an der Optik äußert behutsam vor. Ein paar Kanten hier, ein
kleines Verkleidungsteil da, eine neue Scheinwerfereinheit dort - das
muß für die nächsten Jahre reichen. Experimente durfte man sich deshalb
bei den Farben genauso wenig erwarten. Klassisch das dunkle Blau,
standard das edle Schwarz, normal das biedere Grau. Nur das satte
Rot sticht deutlich aus der etwas spaßlosen Farbpalette heraus. Die
Sitzbank, die sich in der Höhe auf 795 mm oder 815 mm fixieren läßt, ist
nur zum Schein zweigeteilt. Wer sie abnimmt, wird sehen, daß die beiden
Teile untrennbar miteinander verbunden sind. Ebenfalls auf die eigene
Größe einstellen läßt sich der Lenker. Dieser muß an der Bandit in
nacktem Silber die Stellung halten, den schwarzen trägt die GSX-F als
Geweih. Dafür hat man bei der Bandit gleich den ganzen Motor verdunkelt
und das macht wirklich was her. Der größte Unterschied zur GSX-F liegt
darin, daß man mit der Bandit sofort Lust hat, Motorrad zu fahren, um
einfach Spaß zu haben. Es gibt nur noch A, den Start, aber kein Ziel,
denn der Weg ist das Ziel (bist du deppat ist das abgesdroschen!) Ist
aber wirklich so. Mit der GSX-F bin ich in die Arbeit gefahren, mit der
Bandit drumherum. Der Spieltrieb wird sofort geweckt und man vergißt
bald, daß man mit fast einer Vierteltonne spielt. Wieder so eine
psychologische Sache. Durch ihre ausladende Verkleidung an der Front
wirkt die GSX-F schwerfälliger, als sie wirklich ist. Auf der Bandit
dagegen hat man vor sich nichts als einen Lenker und eine gefällige
Informationskonsole. Deshalb wirkt sie wendiger, Kurskorrekturen und
Überraschungsmanöver gehen leichter von der Hand. Deshalb würde ich die
Bandit Anfängern und ungeübten FahrerInnen empfehlen, mit der GSX-F tat
sich unsere zierliche Lehrlingsdame schon deutlich schwerer.
Letztendlich ein lustiger Kumpel zum Spielen und Austoben, der auch für
sinnvolle Fahrten genutzt werden kann.
Die kleine Bandit mit ABS kostet € 7.599.- |
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Die Instrumente haben besonders gut gefallen. Oval, sportlich und
übersichtlich. |
Am modernsten wirkt die Scheinwerfereinheit, der Rest des Motorrades
bleibt eher klassisch. |
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Nettes, schlankes wie schlichtes Heck . |
Nicht netter, fetter wie schlichter Auspuff. |
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Schön, daß es nicht immer ein Standard Spiegel
sein muß. |
Das Gelbe im gläsernen Ei. |
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Technische Daten
Suzuki GSX-F 650 ABS |
Technische Daten
Suzuki Bandit 650 ABS |
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Interessante Links:
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Text: kot
Bilder: karolettaLambretta |
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| 1000ps Data Recording |
Bandit 650 & GSX-F 650 |
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online seit : 988 Tagen |
gelesen: 31474 mal |
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| 1000ps Userbewertung für Bike: SUZUKI Bandit 650 |
Optischer Eindruck: |
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Technischer Eindruck: |
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Gesamteindruck: |
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| Kaufkraft: |
ein Kauf heuer kommt für 42,86 % der Bewerter in Frage
ein Kauf später kommt für 28,57 % der Bewerter in Frage
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| 1000ps Userbewertung für Bike: SUZUKI GSX 650 F |
Optischer Eindruck: |
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Technischer Eindruck: |
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Gesamteindruck: |
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| Kaufkraft: |
ein Kauf heuer kommt für 34,29 % der Bewerter in Frage
ein Kauf später kommt für 14,29 % der Bewerter in Frage
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| 1000ps Userbewertung: Bandit 650 & GSX-F 650 von
kot |
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