Honda Hornet, Suzuki GSR, Yamaha FZ-6 und die Kawasaki Z-750. Naked Bike Vergleich!
Naked Bikes 600 Vergleich
Endlich haben Naked Bike
Fahrer die volle Auswahl. In der Saison 2007 liefern alle Japaner
scharfe Nakedbikes der kleinen Hubraumklasse mit Supersport-Flair und
cooler Optik. Vorbei sind die Zeiten als die Hornet nur 80 PS aufs
Hinterrad drückte oder bei Suzuki nur die betagte Bandit oder bei
Kawasaki die ZR-7 zur Auswahl standen. Die Supersport-Technik, welche in
gewaltigen Schritten weiterentwickelt wurde, steckt nun in leistbaren
und vor allem auch angenehm fahrbaren Eisen.
Einiges haben alle vier
Motorräder gemeinsam. Die Motoren steckten einst in sportlichen
Motorrädern und die Fahrwerke sind mittlerweile ebenfalls auf
sportlichem Niveau. Jedoch können auch die Japaner nicht zaubern und
stecken bei billigeren Motorrädern nicht das teure Supersport
Fahrwerks-Equipment in die Motorräder. Die Teile an den Naked-Bikes
funktionieren sehr gut, sind aber billig aufgebaut und können modernen
Supersport-Fahrwerken nicht das Wasser reichen. Im Strassenbetrieb ist
das meistens egal, jedoch sind die Möglichkeiten der Fahrwerksjustage
bei allen nackten Japanern der 6er Klasse nach wie vor sehr beschränkt.
Wer echte Supersport-Technik in der Gabel und beim Federbein haben
möchte, muss zu Naked-Bikes aus Europa greifen und dafür ein paar
Tausender mehr auf den Ladentisch legen.
Bis vor kurzem rümpften wir noch
die Nase als an sportlichen Motorrädern ABS montiert wurde. Bei den
getesteten Naked-Bikes viel uns das ABS jedoch beinahe nicht auf. Nicht
einmal auf der Supermoto-Strecke im
Motorsportpark
Bad Fischau war das ABS überfordert und ließ uns die volle
Freude am Fahren. Erst dann, wenn man es braucht, beginnt das ABS die
schützende Hand über den Piloten zu legen.
Die Ausgangspositionen sind
klar: Honda hat im Vergleich zum Vorjahr den mächtigsten Schritt
nach vorne gemacht, Suzuki startet aus der Pole-Position, Yamaha möchte
sich mit der Spec 2 abheben und Kawasaki riskiert als 600er Killer eine
richtig dicke Lippe.
Es war ein schöner Tag mit den 4 nackten
aus Japan. Wir hatten die Kamera mit dabei und filmten bei unseren
Lieblingskurven.
Wer sich das Video auf seinen Computer downloaden möchte,
klickt mit der rechten Maustaste
hier und wählt "Ziel speichern unter".
Honda hat im Modelljahr 2007
die seit Jahren beliebte Hornet kräftig modernisiert. Die großen
Pluspunkte wurden beibehalten, trotzdem wurde die Hornet aber in allen
Bereichen ganz deutlich besser. Eines vorweg. Der Umstieg von älteren
Modellen lohnt sich eindeutig. Schon bisher war die Hornet ein Motorrad
welches sehr gut in der Hand lag und sehr einfach zu bewegen war. Mädels
und Burschen aber auch echte Männer hatten eine Freude damit. Die neue
Hornet benötigt ebenfalls unter allen ausprobierten Naked Bikes die
kürzeste Eingewöhnungszeit. Die gesamte 1000PS Crew fühlte sich
unabhängig von Fahrkönnen und Speed auf der Hornet am schnellsten wohl.
Diese Gene hat eigentlich jede Honda in sich. Im Vergleich zur CBF
bleibt trotz einfachem und anfängertauglichem Handling trotzdem genug
Feurigkeit übrig. Der neue Motor hängt direkter am Gas, dreht williger
Hoch und liefert in jeder Lebenslage mehr Power ab.
Im letzten Jahr hatte man mit
einer Hornet gegen eine GSR weder an der Ampel noch auf der Autobahn
eine Chance. Die Ehre wurde mit der 07er mehr als hergestellt. Für uns
der beste Motor bei den 600ern. Der Suzuki Motor dreht oben zwar etwas
williger aus und bringt mehr Supersportfeeling rüber, insgesamt aber
fühlt sich der Honda Motor am besten an. Ein Gedicht ist auch das
Ansprechverhalten des Motors. Spitzkehren gelingen vollkommen ruckfrei
und der Motor nimmt in jeder Lebenslage ohne den geringsten Aussetzer
willig Gas an. Das erfreut sowohl Andrücker als auch Anfänger.
Ebenfalls sehr gut gelungen ist
die Bremse an der Hornet. Dosierbarkeit und Wirksamkeit lassen keine
Wünsche übrig. Auch hier spürt man den Honda Flair. Anfänger werden
nicht überfordert, Routiniers müssen aber auch nicht zurückstecken. In
Sachen Optik gibt es an der Honda eigentlich nur den Auspuff bzw. den
mächtigen Krümmer der die Geister scheidet. Das mächtige Rohrwerk ist
leider nötig um Abgas- und Lärmvorschriften zu erfüllen, bei Honda hat
man versucht den Auspuff nicht zu verstecken sondern mächtig in Szene zu
setzen. Wer Gefallen daran findet wird glücklich, einigen wird es aber
vermutlich etwas zu üppig sein.
Die Hornet wird sich bestimmt
gut verkaufen. Bestehende Hornet Fahrer haben viele gute Gründe
umzusteigen und Neulinge welche anhand von kurzen Probefahrten
entscheiden müssen, werden ebenfalls begeistert.
Die Hornet wurde deutlich gewagter.
Die von uns gefahrene Honda hat jedoch einiges an optischen Zubehör
montiert. Für uns Pflicht: Die hintere Sitzbankabdeckung.
Armaturen und Schwinge sehen deutlich
hochwertiger aus als beim Vorgängermodell. Der Auspuff ist jedoch
gewöhnungsbedürftig.
Im Fahrbetrieb leistet dich die
Hornet keine Schwäche. Auf der Landstrasse passt einfach alles, auf der
Rennstrecke begrenzt jedoch der Auspuff die Schräglage und somit die
Rundenzeit.
Farbe passt, Formen passen, evtl.
noch andere Blinker aus dem Zubehör und schon hat man ein in allen
Belangen scharfes Naked-Bike.
296-mm-Doppelscheibenbremsen mit Droppelkolbenbremszangen (bzw.
Dreikolbenbremszangen bei Version mit Combined ABS), schwimmende
Scheiben, Sintermetall Bremsbeläge
Bremsen hi.
240-mm-Einscheibenbremse mit Einkolbenbremszange (bzw.
Dreikolbenbremszangen bei Version mit Combined ABS)
Die Z 750 wurde großspurig als
600er Killer vorgestellt. Die Rechnung war einfach: Gleicher Preis,
aber 150 ccm mehr Hubraum sollten für klare Verhältnisse sorgen. Doch
wie immer wurde die Rechnung ohne die Gegner gemacht. Denn auch die
haben ihre Hausaufgaben gemacht und 150 ccm weniger Hubraum kann auch
seine Vorteile haben. Bei der Testfahrt wechselten wir die Motorräder
ständig durch und klarerweise war mit der Z750 einiges anders als bei
den 6ern. Sehr angenehm und genauso kultiviert wie der makellose Honda
Motor geht der Z750 Motor an die Sache. Spitzkehren gelingen ebenfalls
vollkommen mühelos und beim Übergang am Scheitelpunkt fährt nicht der
kleinste Ruck durchs Motorrad. Der Motor wird immer mit deutlich weniger
Drehzahl gefahren und kann den deutlichen Drehmoment Vorteil im unteren
und mittleren Drehzahlbereich perfekt ausspielen. Gemütliches Gleiten
gelingt dadurch mit der Z750 am einfachsten.
Wer die Z 750 jedoch als 600er
Killer kauft und seine Kollegen damit demütigen will, muss sich trotzdem
anstrengen. Sitzen im Sattel der 600er ebenfalls konzentrierte Andrücker
halten diese die quirligen Aggregate einfach auf Drehzahl und sind durch
das agilere Drehvermögen der kleineren Motoren um nix langsamer. Nur
müssen sie halt etwas mehr schuften und dürfen sich keine Fehler beim
Schalten erlauben. Unbedingt erwähnenswert sind die klassen Bremsen an
der Z 750. Im täglichen Betrieb gemeinsam mit den Bremsen der Hornet
wahrscheinlich der Klassenstandard. Die Z 750 wurde in Sachen Reifen vom
Importeur frisiert und kam mit
Pirelli Diablo Corsa III zum Test. Diese sind bekannt für ihre
Handlichkeit und das geringe Aufstellmoment und machen die Z 750 in
diesem Bereich besser als mit den Serienreifen. Doch das agile Handling
der 600er kann trotzdem nicht ganz erreicht werden.
Die Z750 ist die schwerste
Nackte im Feld und hat auch die schwersten rotierenden Massen im
Motorblock. Insgesamt kommt das ganze Motorrad gestandenen Männern sehr
entgegen. Die Sitzposition, der nicht ganz so enge Knieschluß und der
gediegenere Motor welcher niemals nervös wirkt, machen sie für uns nicht
zu einem 600er Killer sondern zu einer grandiosen Alternative zwischen
den quirligen 6ern und den dicken Bikes mit mehr als 1000ccm. Zarte
Burschen oder Mädels haben evtl. mit der etwas breiteren
Tank-Sitzbankkombination ein Problem und ständig das Gefühl da ist etwas
im Weg. Und das nicht nur dann, wenn man gleich nach dem Aufstehen mit
dem Motorrad zur Arbeit fährt. Beim Weg in die Arbeit erfreut man sich
bei der Kawasaki übrigens am besten Windschutz in der Runde. Besser
gesagt, die Z-750 ist hier unter den Blinden die Einäugige. Die
klitzekleine Maske bietet zumindest ein wenig Windschutz ohne gleich
eine dicke und ausladende Halbschale zu sein.
Sieht böse aus, fährt sich aber
überaus einfach. Geht für uns auch als Einsteigermotorrad durch. In
Sachen Schräglagenfreiheit kann die Z750 nicht mit den 600ern mithalten,
was jedoch recht gut fürs EGO aber recht schlecht für die Fußrasten ist.
Die Motorabstimmung ist auch an der Z750 sehr gut
gelungen. Sehr stressfrei und deutlich schaltfauler zu fahren.
Im Fahrbetrieb kommt trotz 750 ccm
auch Big Bike Feeling auf. Die beste Wahl für gestandene Männer welche
unter 1000 ccm bleiben wollen. Die Z 750 ist deutlich quirliger als
Nackte Bikes mit mehr als 1000 ccm, kommt aber in Sachen Handling nicht
an die 600er ran.
Gute Bremsen, wahlweise auch mit ABS
vorne und hinten. Nicht so fesch wie an den 600ern finden wir die
Schwinge. Hier hatte der Kostenrechner und nicht der Designer das letzte
Wort.
Technische Daten:
Motor
Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Reihenvierzylinder
Hubraum
748 cm³
Bohrung x Hub
68,4 x 50,9 mm
Verdichtung
11,3:1
Leistung
77,7 kW (106 PS)
bei 10.500 1/min
Drehmoment
78 Nm bei 8.300
1/min
Gemischaufbereitung
Benzineinspritzung: ø 32 mm x 4 (Keihin) mit ovalen
Sekundärdrosselklappen
Starter
Elektrisch
Antrieb
Sechsganggetriebe,
Kette mit Dichtringen
Reifen vo.
120/70ZR17M/C
(58W)
Reifen hi.
180/55ZR17M/C
(73W)
Bremse vo.
Semischwimmend
gelagerte 300-mm-Doppelscheibenbremse im Petal-Design
Doppelkolben-Schwimmsattelzangen
Bremes hi.
250-mm-Scheibenbremse im Petal-Design Einkolben-Schwimmsattelzange
Yamaha machte es in der Saison
2007 den FZ-6 Käufern nicht leicht. Die Auswahl war größer als beim
Chinesen der neben Sushi und China-Futter auch Pizza, Pasta und
Schnitzel anbietet. Die FZ-6 gibt es als Standard Variante, quasi als
günstiges Einsteiger Modell und als etwas coolere Spec II. Dann noch
jeweils mit oder ohne ABS, mit oder ohne Halbschale und dann noch in 3
unterschiedlichen Leistungsstufen.
Hier
entwirren wir den gordischen Knoten für euch.
Am Ende des Tages bietet Yamaha jedoch eine sehr überlegenswerte
alternative. Die FZ-6 wächst mit Dir und Deiner Gashand. Den Anfang
macht man mit der 34 PS Variante, die ersten Meter mit dem große Schein
macht man dann mit der 78 PS Version und wenn man beginnt übers
Herbrennen nachzudenken stellt man auf 98 PS um.
Natürlich wäre die Halbschale die
bessere und sinnvollere Version. Klar vermisst man auf der Tour bei
allen Nakedbikes den Windschutz, aber am besten sieht auch die FZ-6 Spec
II nackt wie Gott sie schuf aus.
In Sachen Reifen waren die
vier Motorräder nicht ganz gleichwertig. Die Yamaha kommt auf der
ökonomisch richtigen Wahl daher. Ausgeliefert wir die FZ-6 Spec II mit
dem Tourenpneu BT-020. Der Reifen ist gut und in Sachen Grip / Knete
Verhältnis eine gute Wahl. Noch besser wäre natürlich der aktuelle
BT-021 und wenn man wie beim Vergleich mit den Gegnern mithalten will,
wäre ein sportlicher Reifen von Vorteil. Auf der Suzuki ist der etwas
sportlichere Bridgestone BT-014 montiert, bei der Honda der ebenfalls
flottere Bridgestone BT-012. In der Praxis verliert die FZ-6 somit in
der Bremszone und beim Einlenken. In der Bremszone deshalb, weil genau
das Quentchen mehr an Grip bei den anderen 6ern das ABS immer schön
ruhig bleibt, während es im harten Duell bei der Spec II öfters mahnend
eingreifen muss. Beim Umlegen deshalb weil die eigentlich sehr agile
FZ-6 vor allem mit gezogener Bremse nicht so leicht in die Kurve fällt
wie die Honda oder die GSR mit den sportlichen Reifen.
Der Motor der FZ-6 hat seine
Wurzeln im scharfen Aggregat der R6 und fühlt sich in vielen
Bereichen auch so an. Ähnlich wie der Motor der GSR punktet der Motor
vor allem mit irrsinnig agilem Drehvermögen. Die Drehzahlnadel tänzelt
fast genauso schnell wie bei einer echten R6 über den Drehzahlmesser.
Ein geiles Gefühl das Supersport Adrenalin zu inhalieren während man
komfortabel im Sattel eines Naked-Bikes sitzt. Apropos Komfort. Ganz
großes Plus an der FZ-6. Der Lenker sitzt gut, die Sitzbank ist
gemütlich aber trotzdem nicht zu leger und es gibt nichts was einer
längeren Tour im Wege steht.
Wer gerne Pässe fährt,
muss sich in engen Kehren jedoch einen sauberen Fahrstil angewöhnen.
Denn beim Übergang vom Schiebebetrieb in den Lastbereich erlaubt sich
die FZ-6 die stärksten Lastwechselreaktionen im Feld. Die Bremse an der
FZ-6 arbeitet auf ähnlich hohem Niveau wie bei Honda und Kawasaki. Auch
hier ist ein Anfänger nicht überfordert und ein Profi nicht gelangweilt.
In der von uns getesteten Spec II
finden wir an den netten kleinen Details natürlich Gefallen. Rote
Felgenränder, lässiges Cockpit und eine aggressive Lackierung machen Sie
in Sachen Design ähnlich scharf wie die Z-750 allerdings mit einem viel
dezenteren Auspuff im schlanken Heck.
Wirkt insgesamt optisch sehr
komplett. Kleine Beispiele wie zum Beispiel die kleinen Blinker am Heck
ergeben in Summe ein fesches Naked Bike. Das Thema Auspuff wurde wie bei
Suzuki dezent gelöst.
Hochwertige Bremsen, wahlweise mit
ABS, fesche Felgen und eine geile Schwinge. Die Front wirkt an der FZ-6
Spec II richtig nackt. Ist gut so! Denn bei Yamaha
gibt es hier die nette Wahl zwischen Nackt und Halbschale.
Großes Plus der Spec II: Selbst uncoole Typen wie KOT
sehen plötzlich cool aus. Zumindest dann, wenn das Visier getönt wäre.
Der Motor versprüht
viel Supersport Flair und hängt bis in höchste Drehzahlregionen willig
am Gasgriff. Nur beim Übergang vom Schiebe- in den Lastbetrieb passt die
Motorabstimmung nicht so perfekt wie bei den anderen Bikes.
Die GSR 600 war für uns DAS
Motorrad der letzten Saison. Wir haben viel mit ihr erlebt. Eine
eigentlich
kranke Ausfahrt in Griechenland, NastyNils holte damit
Pokale bei den Berger Racedays und Bogy zeigte uns wie man mit
wenigen Handgriffen ganz normal 10 zusätzliche PS aus dem Motor zaubert.
Im letzten Jahr hatte man auf
einer Hornet einfach kein Leiberl gegen die GSR und der Vorsprung
der GSR reichte aus, um auch im zweiten Modelljahr mit den neuen
Motorrädern noch mitzuhalten. Richtig geil finden wir an der GSR 600 das
kreischende Supersportfeeling im Sattel. Zwischen 10.000 und 13.000
Umdrehungen sorgt die GSR für echte Euphorie im Sattel und für
Verwunderung bei den Gegnern. Der Motor macht den drehfreudigsten
Eindruck und sitzt ein konzentrierter Pilot im Sattel wird es eng für
die Gegner. Sogar die Z750 beißt sich am giftigen Suzuki Motor im roten
Bereich die Zähne aus.
Im Drehzahlkeller jedoch nimmt
die Honda und auch die Kawasaki etwas schöner Gas an und enge Kehren
gelingen so etwas einfacher.
Nicht ganz mithalten mit den
neuen Naked Bikes kann die Bremse an der GSR 600. Die Bremse ist gut,
keine Frage, doch die Gegner habe die Latte in der Saison 2007 richtig
hoch gelegt. Die Ursache haben wir bei unseren Tuningmaßnahmen an der
Racing-GSR jedoch schnell gefunden. Mit neuen Bremsbelägen (in unserem
Fall Sintergrip von Ferodo) biss die Bremse an der GSR sofort
energischer zu und konnte den Druckpunkt auch über eine längere Distanz
halten. Auf der Straße war uns das in Wahrheit egal, doch wir probierten
die 4 Motorräder auch auf der
Supermoto-Strecke in Bad Fischau und dort ist vor den engen
Kehren vor allem eine gewaltige Bremse gefragt. Wer mit der GSR also auf
dem gleichen Stand wie die Gegner sein will, muss bei den Belägen ins
Zubehörregal greifen.
In Sachen Sitzposition ist die
GSR äußerst universell. Nicht so schlank wie die Hornet aber auch
nicht so breit im Schritt wie die Z 750. Eigentlich sollte darauf
wirklich jeder glücklich werden.
Beim Handling liegen für uns
die GSR und die Hornet gleichauf. Die Gabel der GSR hat aber etwas
weniger Reserven als sie die Honda bietet. In Sachen Optik hat man mit
der konventionellen Gabel an der GSR gegen die neuen Upside-down Gabeln
an den anderen Bikes das Nachsehen. Klar ist da wie dort im Inneren kein
Supersport-Hokuspokus versteckt, sondern das gleiche günstige aber
ordentlich funktionierende Nakedbike Zeug.
Wenn die Knete nicht ganz so locker sitzt, kann man bei der GSR auch mit
gutem Gewissen zu einem gebrauchten 2006er Modell greifen. Dann hat man
richtig Geld gespart aber trotzdem ein Motorrad welches immer noch mit
den neuen Nackten mithalten kann.
Aber auch bei den Neubikes bietet
Suzuki eine ökonomisch wie auch optisch äußerst reizvolle Variante an.
Die
Yoshimura Edition (verfügbar nur in Österreich) im seltenen
weiß ist in Sachen Preis / Leistung sicherlich die beste Wahl im Feld.
Zu Redaktionsschluß waren jedoch nur noch 3 Stück von diesem Modell
verfügbar und insgesamt werden bloß 10 Käufer damit beglückt.
Komplettes Cockpit an der GSR. An
eine Ganganzeige wie bei der GSR gewöhnt man sich sehr schnell und
möchte sie nicht mehr missen.
Suzuki liefert mit der GSR einen
äußerst gelungenen Kompromiss. Nicht gespart wurde bei essentiellen
Teilen wie Rahmen oder Schwinge. Dick, mächtig und stabil. Beim Motor
zwickte man ein paar PS vom GSX-R Aggregat weg am Fahrwerk begnügt man
sich mit guter Performance auf der Straße und schon sind ein paar
Tausender gespart.
Wie auch bei der Yamaha ist der Auspuff relativ
dezent ins Heck integriert.
Bei flotten Ausfahrten auf der Straße
war die GSR letztes Jahr noch ein Geheimtipp, heuer war sie Referenz für
die Gegner. Doch der Vorsprung war groß und so ist man auch mit dem
Modell 06 noch problemlos an den neuen 07er Modellen der anderen Japaner
dran.
War bisher einfach undenkbar.
Ein Einzylinder im 600er Nakedvergleich? JA unbedingt! Erstens weil
jeder andere Vergleichstest, also z.B. mit anderen Einzylindern peinlich
für die Gegner wäre. Zweitens kostet die KTM zum Teil sogar ja mehr als
die 100PS Vierzylinder aus Japan und so muss sie entsprechend unserer
Logik auch mehr können.
In der Vergangenheit gab es
einige gute Gründe warum man KEINEN Einzylinder kaufte. Laufkultur,
Leistung, Zuverlässigkeit und optischer Auftritt waren einige davon. KTM
machte viel Boden gut.
Die Laufkultur wurde beim
neuen Motor deutlich verbessert. Wir fuhren schon Touren mit 400 km und
stiegen trotzdem mit einem Grinser vom Bock. Echte Reisen und noch
längere Touren würde ich aber trotzdem lieber zum Beispiel mit einer
Z750 machen. Entspanntes Cruisen macht mit den Japanern ebenfalls mehr
Spaß. Die Sitzposition ist etwas legerer und die Motoren können durch
die größeren Leistungsreserven einfach milder gefahren werden. Will man
zum Beispiel mit 140 durch die Gegend gleiten, laufen die Vierzylinder
im 6. Gang in einem viel angenehmeren Bereich als der Einzylinder. Denn
die KTM muss bei solchen Geschwindigkeiten schon ordentlich ausgewunden
werden.
In Sachen Motorleistung
kann die KTM überall dort mithalten wo die Radien nicht mit mehr als 140
km/h durchfahren werden können. Die KTM läuft zwar mit Rückenwind,
Heimweh und viel Glück laut Tacho 200 km/h, die Japaner laufen aber
äußerst entspannt und mühelos deutlich über 200. Wer oft auf der
Autobahn unterwegs ist wird klarerweise also auch auf den Japanern mehr
Freude haben.
Klare Aussage zum Fahrwerk und
zu den Bremsen: KTM übertrumpft hier die Gegner mit dem besten
Material. Das Fahrwerk an der KTM ist 100% rennstreckentauglich und die
Bremsen sind es ebenso. Frisch aus der Kiste ist eine KTM 690 SM zum
Beispiel am Pannoniaring schneller als absolut serienmäßige Nakedbikes
der 600er Klasse. Haben wir selbst ausprobiert und waren überwältigt.
Die fehlenden 30 PS werden einfach mit dem höchsten Kurvenspeed
wettgemacht und am Ende der Start-Ziel ist der Vorsprung groß genug um
als Führender die nächste Runde zu beginnen.
Otto Normalverbraucher hat aber
vermutlich trotzdem das Gefühl bei einem japanischen 4-Zylinder mehr für
sein Geld zu bekommen als bei KTM. Die Motoren sind breiter und der
Auftritt edler. Das rennstreckentaugliche Fahrwerk ist zwar gut, für 90%
der Käufer aber vermutlich niemals auszureizen. Wer im Winkelwerk jedoch
das schnellste Fahrzeug in dieser Klasse haben möchte, muss die KTM und
keinen Japaner kaufen.