Willkommen auf Korsika, eure "Moped's" warten schon.
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Korsika – ein Juwel im Mittelmeer
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„Da schau, die Insel, schau Korsika“ eine
helle sich vor Begeisterung überschlagende Kinderstimme reißt mich aus
meinem Dämmerschlaf. Ich setzte mich auf uns sehe aus dem Fenster
des Fliegers: Tatsächlich, Korsika. Plötzlich kommt sie auf, die
Urlaubsstimmung und die Freude auf’s Fahren mit dem Motorrad. Nach einer
großen Schleife setzt der Flieger auf, sanfte Landung in den Urlaub. |
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Das Auschecken geht schnell und schon werden wir
von
Manfred mit einem breiten Grinsen empfangen.
Willkommen, eure „Moped’s“
warten schon. Und tatsächlich wie die Soldaten stehen sie in einer
Reihe, und meines grinst, ob ihr es glaubt oder nicht, es grinst mich
an. Wir könnten noch nach Calvi hineinfahren und die Stadt besichtigen,
aber keiner hat Lust auf eine Stadtbesichtigung, alle wollen nur
Motorradfahren. |
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Auf der fast geraden D151 fahren wir bis nach
Calenzana, welches am Fuße der steil aufragenden Berge liegt. Und dann
kommen sie - die Kurven. Sie führen uns direkt in das Asco Tal. Die
Fahrt durch das Tal beträgt 33 km. Zunächst ist die Gegend noch eben.
Doch Moltifao liegt am Ende der kleinen Ebene und zieht sich bereits die
Hänge empor. Umgeben von Obstplantagen und Olivenhainen entspringt dort
der Asco, der die etwa 10 km lange Schlucht Gorges de l’Asco gegraben
hat. Die Strasse folgt der engen Schlucht, sie ist sehr schmal, aber in
erstaunlich gutem Zustand. Und plötzlich erweitert sich das Tal wieder
um sich wieder in einem Schwarzkieferwald zu verdunkeln. |
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Am Abend kommen wir in San Pellegrino an der
Ostküste in unserem Hotel an. Es liegt direkt am Meer mit einem
herrlichen Sonnenaufgang in der Früh. Einige nutzen die tolle Lage des
Hotels um in der Früh schwimmen oder laufen zu gehen, andere schlafen
bis zur letzten Sekunde und haben dann natürlich den Stress. – Ja
Urlaubsstress. Unsere 4 Schwimmer gehen natürlich nackt baden, denn was
soll schon sein um diese Jahreszeit in der Früh? Plötzlich
Stimmengewirr: Unser Hotel beherbergt auch einen Schwung von
Pensionisten, fast nur Damen welche nun einen erfrischenden Anblick
genießen können, während sie in ihren Bus einsteigen. |
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Wie ein ausgestreckter Zeigefinger gibt das Cap
Corse der Insel die charakteristische Form. Diese Region hat sich
wirklich ihre Ursprünglichkeit bewahrt. Einige Dörfer sind sehr
abgelegen und sehen so aus, als haben sie sich seit dem Mittelalter
nicht mehr verändert. Wir umrunden den Finger immer an der Küstenstrasse
entlang fahrend. Mit tiefen Atemzügen fülle ich meine Lunge mit
Meeresluft und spüre wie sie meine Lebensgeister weckt. Eine sehr steile
und enge Straße schlängelt sich zum nördlichsten Punkt Korsikas. Stolz
erhebt sich der Tour de Tollare, einer der typischen genuesischen
Wachtürme. Einst gab es ca. 200 dieser Türme entlang der ganzen
Küstenregion der Insel, sie bildeten eine Kette die ein ausgeklügeltes
Verteidigungssystem darstellte. Manfred führt uns in ein urtümliches
Gasthaus, alles aus Holz und richtig gemütlich. Wir schmausen wie die
Könige. Vorbei an Pinu, Nonza und Canari führt uns die Küstenstrasse
wieder Richtung Süden. Wir fahren über den Col de Teghime. 500
Höhenmeter überwinden wir auf sehr schmalen und steilen Serpentinen.
Doch auf dem Pass angekommen merken wir schnell, dass es sich gelohnt
hat: der Blick auf die Ostküste der Insel und auf die Stadt Bastia ist
einmalig. Dann entdecken wir in der Ferne die Insel Elba. Und plötzlich
genügen mir meine zwei Reifen nicht mehr, am liebsten hätte ich jetzt
Flügel. |
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| Einen Tag fahren wir in die Region
Castagniccia. Unter 200 km - hat sich da
Manfred
unser Tourguide nicht geirrt? Nach kürzester Zeit wissen wir warum.
Ich glaube ich bin in meinem Leben noch nicht so viele Kurven, Kehren
und Serpentinen an einem Tag gefahren. Stellenweise sind die Strassen so
eng, dass ich schon befürchten muss ich käme mit meinem Bike nicht um
die Kurve – Scherz – natürlich geht sich alles aus, aber es ist schon
eine Herausforderung für mich als „ Stadtmensch und Flachfahrer“ aus der
Wiener Umgebung. Den Namen hat die Region aus dem späten 13 Jahrhundert,
als dort die Edelkastanie importiert und angepflanzt wurde. Heute gibt
es nur mehr Reste der einstigen Kastanienplantagen und natürlich ist es
Pflicht Kastanienreis oder Kastanienpüree zu kosten. |
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Wie nehmen die N198 um möglichst schnell in den
Süden von Korsika zu kommen. Bis nach Porto Vecchio fahren wir so die
Ostküste entlang. Ab jetzt jedoch geht es ins Landesinnere. Die Strasse
schlängelt sich in Richtung L’Ospedale. |
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Bizarre Granitverwitterungen säumen unseren Weg.
Die Strasse führt uns Richtung Zicavo, vorbei an zwei beliebten
Kletterfelsen, den Cornes d’Asinao, zu Deutsch den Eselsohren und mit
viel Fantasie kann man diese auch erkennen. Wir fahren durch Aullìene,
der Ort wirkt sehr traurig und fast wie ausgestorben, die oftmals nur
aus Stein erbauten Häuser sind dem Zerfall preisgegeben. Auf der D69
fahren wir durch das Taravo – Tal wieder in Richtung Norden. Die
Landschaft verändert sich, neben Waldteilen gibt es auch
landwirtschaftliche genutzte Gebiete. Vor allem Getreideanbau, Viehzucht
und Olivenhaine begleiten unseren Weg. |
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Heute freue ich mich ganz besonders auf den Tag.
Denn heute gibt es Picknick im Grünen. |
| Ich bin neugierig wie
Manfred
das machen wird. Er ist schon am Morgen im Stress, weil er noch
einkaufen muss. Er hat einen großen Kühlschrank im Auto, damit die
Köstlichkeiten nicht verderben. Na wir werden ja sehen. Wir fahren quer
über die Insel an die Westseite nach Porto. Die Küstenstrasse hier ist
echt toll, die Kurven wollen kein Ende nehmen. Manchmal kommt uns ein
Wohnwagen – natürlich ein Auto mit einem Wohnwagen- entgegen und ich
habe den Eindruck der Fahrer wirkt etwas überfordert in den Serpentinen
– gut ich habe ja leicht reden mit meinen zwei Rädern, der hat ja
immerhin 6 Räder, die er um die Kurve bringen muss. Plötzlich überrascht
uns ein kurzer Regenschauer. Wir überlegen ob wir Regenkleidung anziehen
sollen, da ist er auch schon vorbei. Auf einmal hat es einen herrlichen
Geruch, ja man könnte sagen, dass der Schauer Düfte freigesetzt hat,
welche richtig betörend sind. Jetzt wird es langsam Zeit – wir haben
echt Hunger und der Picknickplatz ist noch ein wenig entfernt. Da sehen
wir Manfreds Auto, da muss irgendwo das Picknick bereitet sein. Wir
steigen ab und können uns vor Lachen kaum halten. Manfred kämpft mit
einer Ziege, die gerade dabei ist den Picknickkorb zu plündern. Der
Ziegenhirte sitzt am Tisch, es scheint ihn nicht wirklich zu berühren,
dass seine Ziege sich gerade über unser Essen her machen will. Nachdem
es uns gelungen ist, die Ziegenherde vom Tisch zu vertreiben genießen
wir gemeinsam das kalte Buffet mitten im Grünen und einige von uns
danach ein kleines Schläfchen. Tolle Idee dieses Picknick im Grünen,
gefällt uns allen sehr. |
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Es ist der letzte Tag und heute geht unser
Flieger wieder nach Hause.
Manfred hat uns „freigegeben“. Das soll
heißen, dass jeder individuell nach Calvi fahren kann. Denn er selbst
fährt mit Bus und Anhänger zum Flughafen, um unserer Bike’s fürs
Heimfahren aufzuladen. Wieder mit einem breiten Grinsen empfängt er uns
am Flugplatz. Dieses mal stellen wir unsere Motorräder selber in Reih
und Glied, damit sie
Manfred wieder einladen kann. |
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Der Flieger hebt ab und ich blicke noch einmal
aus dem Fenster. Ich verabschiede mich von Korsika, einer Insel voller
außerordentlicher Vielfalt - Vielfalt der Landschaften, der Menschen,
der Sitten und Bräuche. |
| Interessante Links:
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