Bei Biaggis zehntem Sieg in Brünn flogen im Anschluss die Torten.
Vor der Haustür
Die Rennen in der Gluthitze auf dem Masarykring von Brünn waren allemal
eine Reise nach Tschechien wert.
Für Kuba Smrz hätte sein Aprilia-RSV4-Debüt besser
laufen können
Die Fußball-WM in Südafrika war auch im Superbike-WM-Fahrerlager
dominierendes Thema. Nach dem Ausscheiden der Deutschen war aber das
ganz große Interesse ein wenig abgeklungen. Das Spiel um Rang 3 wurde
bei BMW dennoch mit einer Party gefeiert. Intermoto-Czech-Teamchef Josef
Kubicek ließ als Gastgeschenk sogar Striptease-Tänzerinnen
aufmarschieren. Am Sonntagabend war das Ten-Kate-Zelt ein „Oranje“-Meer
und platzte aus allen Nähten. Sogar Carlos Checa schmuggelte sich vor
einen der Hannspree-Flatscreens seines Ex-Teams. Der angeschlagene Troy
Corser sah dem Treiben gegenüber von der Alstare-Hospitality zu.
Die Gewinner
Max Biaggi holte sich mit einem Kniff für Durchgang 2 den zehnten
WM-Triumph auf dem altehrwürdigen Masarykring von Brünn. „Wir haben
riskiert und die Übersetzung des Motorrades geändert“, verriet Biaggi.
Nach seinem zehnten Sieg referierte der Römer vor den Fachjournalisten
noch ausführlich über die Tücken von Brünn. Auch Rene Mähr war
glücklich. Nach eine perfekten Start kurvte er im Stock-1000-Rennen
sogar auf P4 herum, weil die MTM-Suzuki stark rutschte, fiel er zurück.
Durch die Stürze der Konkurrenten reichte es dennoch zu Platz 7.
Die Verlierer Leon Haslam war nach seinen Brünn-Ergebnissen bitter enttäuscht und
kauerte in der Box. Der Brite konnte mit der Alstare-Suzuki keinen
Rhythmus in den Kurven finden, da bei der GSX-R das Hinterrad extrem
nach außen schob. Nicht besser ging es dem Tschechen Jakub Smrz vor
Heimpublikum kam er beim Aprilia-Debüt in keinem der beiden Rennen ins
Ziel.
Tapfer: Rene Mähr biss sich durch und holte sich Platz 7
Da wurden Erinnerungen an Biaggis 500er-Sieg im Jahr 1998 wach
Auch SBK-Urvater Maurizio Flammini ergriff das Wort im drohenden
Regelstreit
Zeichen stehen auf Krieg
Am Samstag berief Promoter Paolo Flammini eine aufsehenerregende
Pressekonferenz ein. Der Infront-Motorsports-CEO holte zudem seinen
Bruder und SBK-Mitgründer Maurizio mit ans Rednerpult. Es ging wieder um
die Diskussion um die MotoGP-Regeln, die ab 2012 auch 1000er-Derivate
erlauben soll. „Wir haben von der FIM das einwandfrei juristische
Papier, dass es keine 1000er-Aggregate geben wird dürfen, die von der
Serie abgeleitet sind“, bekräftige Maurizio Flammini. Die offizielle
Stellungnahme der FIM steht aus. Dorna wird wohl nicht lange
stillhalten.
Der neue Held
Ruben Xaus hätte bei BMW zum Helden werden können. Der Katalane fuhr im
ersten Rennen einen sauberen fünften Rang ein. Später überholte Xaus
sogar Michel Fabrizio und kurvte munter auf Platz 3 herum. Im Finish
legte er sich jedoch am Ende der Start/Ziel-Geraden in den Kies. „Es ist
jammerschade, Ruben hat gezeigt, dass nun auch andere Fahrer auf das
Podium fahren können, nicht nur Troy Corser. Das ist für uns auch sehr
wichtig.“ Corser erhielt schon am Freitag Startverbot, weil er in der
ersten Quali per Highsider von der BMW purzelte und kurz bewusstlos war.
Goodwood als Abwechslung
Einige Superbike-WM-Stars absolvierten beim legendären Goodwood Festival
of Speed in Grossbritannien einen viel beachteten Gastauftritt. Mit
Burnouts und Wheelis glänzten unter anderen Leon Camier, Leon Haslam,
dazu die Kawasaki-Piloten Tom Sykes, Chris Vermeulen und James Toseland,
der auf einer klassischen 500er-GP-Maschine aus dem Jahr 1992 Platz
nahm.
Wieder Vaterfreuden bei Biaggi
Max Biaggi schwebt auf Wolke Sieben. Der souveräne WM-Leader wird Anfang
2011 zum zweiten Mal Vater. Seine Gattin Eleonora Pedron, ein ehemaliges
Fotomodell und TV-Star, hat dem 39-jährigen Alitalia-Aprilia-Star
bereits vergangenen September eine Tochter geschenkt, die auf den Namen
Inez Francesca hört.
Max Biaggi betätigte sich als Tortenwerfer nach seinem
zehnten Brünn-Sieg