Neues oder gebrauchtes Bike?

Neues oder gebrauchtes Bike?

Vor- und Nachteile von Neu- und Gebrauchtkauf

Für die einen ist die Frage unsinnig, denn für sie steht fest: Ein Bike muss neu sein! Aber längst nicht alle Biker denken so, vor allem, wenn es um den Preis der Maschinen geht. Rentiert sich ein Gebraucht-Bike finanziell noch? Worin liegen die Vorteile bei neuen Motorrädern? Wir stellen die Vor- und Nachteile von Neu- und Gebrauchtkauf gegenüber.

Kosten

Ein gebrauchtes Motorrad kostet erst einmal weniger als ein neues. Im Durchschnitt liegt der Wertverlust im Zeitraum von 1 bis 2 Jahren bei 20 bis 30 Prozent. Das ist ziemlich viel, wenn man bedenkt, dass sich die Zuverlässigkeit der Räder in den letzten 20 Jahren enorm verbessert und die Lebensdauer um ein Vielfaches verlängert hat. Allerdings gibt es beim Kauf eines gebrauchten Motorrads keine Werksgarantie. Ist etwas am Bike defekt, zahlt der Käufer. Dem steht gegenüber, dass neue Maschinen während der Einfahrzeit besonders behutsam behandelt und häufiger zur Inspektion gebracht werden müssen. Wer sich mit Motorrädern wenig auskennt, muss unter Umständen mit relativ hohen Inspektionskosten rechnen. Wer einfache Wartungsarbeiten selbstständig durchführen kann, spart hierbei etwas Geld.

Defekte und Garantie

Beim Gebrauchtkauf sind Fachkenntnisse notwendig, ansonsten empfiehlt es sich, jemanden dabei zu haben, der sich mit der Materie auskennt. Mängel wie Rostbefall, Flüssigkeitsaustritt und Schleifspuren lassen sich leicht erkennen. Schwieriger wird es bei Elektronikkomponenten, Bremsen und Fahrwerk. Vor der Bike-Besichtigung sollte man deshalb Checklisten wie diese vom ADAC studieren, um bei der ersten Begutachtung nicht gänzlich unwissend zu sein. Sicherer als von privat ist der Gebrauchtkauf bei einem Händler. Die Angebote sind zwar rar, aber durchaus vorhanden. Mit ein wenig Glück ist der Händler nicht nur kompetent, sondern gewährt auch eine Garantie.

Egal, ob vom Händler oder von privat – in jedem Fall sollte eine Probefahrt gemacht werden. Wichtige Kontrollmerkmale sind:

  • Startverhalten – Start bei kaltem Motor testen (merkwürdige Geräusche, Startschwierigkeiten)
  • Standgas – ist ein Rasseln zu hören, ist die Steuerkette abgenutzt (bei 4-Takt-Motoren); blauer Rauch aus dem Auspuff weist auf einen Defekt der Ventilschaftdichtungen hin
  • Kupplung – ist sie holprig, deutet das auf Verschleiß hin
  • Motor – starkes Vibrieren und merkwürdige Geräusche sind Hinweise auf einen Defekt
  • Bremsen – unbedingt mehrmals testen, um herauszufinden, ob sie flüssig funktionieren und der Druckpunkt unverändert bleibt
  • Lenkung – sie muss fließend sein und darf nicht nach rechts oder links ziehen
  • Geschwindigkeit – die Testfahrt sollte Geschwindigkeiten zwischen 80 und 130 km/h beinhalten, um die Maschine unter Belastung zu testen
  • Fahrgefühl – Wohlfühlen ist zwar eine subjektive, aber dennoch wichtige Komponente

Die Geschichte

Jedes gebrauchte Bike hat seine eigene Geschichte. Nicht immer ist diese gut. Selbst wenn das Motorrad erst ein Jahr alt ist, kann es bereits Schäden aufweisen. Auch dass das Bike von jemand anderem eingefahren wurde, stellt für manchen Fahrer einen Nachteil dar. Allerdings legt nicht jeder Biker Wert darauf, die Maschine selbst einzufahren, da dies besonders viel Feingefühl erfordert. Ein moderner Motor lässt sich durch eine rücksichtslose Fahrweise zwar kaum noch beschädigen, dennoch ist beim Einfahren Vorsicht geboten. Bis auf die Auslieferungsinspektion unterliegen die meisten Maschinen keinen Härtetests. Ist beispielsweise ein Kühlwasserschlauch nachlässig verbaut, kann das bei zu hoher Geschwindigkeit erhebliche Schäden verursachen. Gemäßigtes Fahren ist deshalb Pflicht, zumindest bis zur ersten Inspektion. Apropos Schäden: Kein Bike kommt früher oder später um einige Gebrauchsspuren herum. Und seien wir ehrlich: Jeder Kratzer an der Maschine tut weh. Aber Schrammen an einer nagelneuen Augusta Brutale tun dem Biker-Herz mehr weh als eine weitere Schramme an einer Gebrauchtmaschine – auch wenn das zugegebenermaßen ein sehr subjektives Argument ist.

Was fahren die anderen?

Die obere Statistik zeigt, dass der Trend zum Gebraucht-Bike geht. Schaut man sich die Zahlen genauer an, lässt sich feststellen, dass 2013 auf eine Neuzulassung durchschnittlich 3,4 Umschreibungen von gebrauchten Motorrädern kamen. 2014 wechselten eine halbe Million Krafträder den Besitzer, 2015 sah es ähnlich aus. Dieser Trend verwundert kaum, denn der Gebrauchtmarkt ist vielseitiger als der Markt für neue Maschinen. In der Regel lässt sich auf dem Gebrauchtmarkt für jeden Geschmack das passende Modell finden. Zudem gibt es immer mehr praktische Plattformen wie autoscout24.de, auf denen neben PKWs, Wohnmobilen und Nutzfahrzeugen auch ein große Auswahl an Motorrädern angeboten wird – die Wahrscheinlichkeit, dass das Lieblings-Bike dabei ist, ist hoch. Und was wird gefahren? In den Top-5 der Neuzulassungen stehen BMW, Yamaha, Honda, Kawasaki und Harley-Davidson.

Bericht von gules am 20.01.2016 Aufrufe: 933
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gules

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