Wir testeten den Anzug Comfort Shell 6 Monate lang. Fazit: Deutsch und dicht.
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BMW Comfort
Shell |
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G'scheite zweite Haut |
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Verborgene Werte. Der BMW Anzug Comfort Shell trägt
innen statt nach aussen. |
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Vor einem Jahr schon haben wir
den BMW Anzug Comfort Shell und seine technischen Innovationen auf
1000PS.at vorgestellt. Die letzten Monate war ich nun selbst in
einem unterwegs, um die Funktionsweise der c_change Membran am eigenen
Leib zu erfahren, bei Temperaturen von 0 bis 40+ Grad und
verschiedensten Witterungsbedingungen. Die unter dem Begriff
"Fahrerausstattung" geführte Bekleidungslinie von BMW zählt nicht nur zu
den qualitativ hochwertigsten am Markt, sondern setzt auch von modischer
Seite betrachtet immer wieder neue Maßstäbe. Dabei folgt man keineswegs
kurzlebigen, modischen Strömungen, sondern bleibt dem eigenen,
geradlinigen Profil treu. Das mag für so manchen zu fad und nüchtern wirken,
bleibt aber wesentlich länger modern als Neonfarben und Tribals.
Grundsätzlich gibt es zwei Argumente gegen Motorradbekleidung von
BMW:
- Ich bin noch keine 60.
- Ich fahre gar keine BMW, wieso also BMW Bekleidung tragen?
Das mit dem Alter hat sich in der heutigen Zeit eigentlich schon
aufgehoben. Ob nun BMW Fahrer bzw. die Träger von BMW Bekleidung noch ein paar Jährchen älter sind als der
durchschnittliche, alternde Motorradfahrer, spielt im 21. Jahrhundert
keine Rolex mehr. Und gerade weil BMW ein etwas angegrautes Image mit
sich schleppt, wäre es doch schön, wenn es von einigen jungen Rebellen
etwas aufgefrischt werden würde, z.B. von einem 30-jährigen wie mir. Man
fällt dann wenigstens aus dem Rahmen und somit auf, wie ein
Frühpensionist im Altersheim. Ist ja ganz interessant, die Erwartungen
der Leute nicht zu erfüllen.
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kot will im Anzug Comfort Shell in der Waschanlage den
Dauerduschrekord von Sepp Resnik brechen.
Doch die Jury von "Guinness" erklärt den Versuch für ungültig, da der
Anzug innen völlig trocken bleibt. |
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Verständlicher ist, wenn man kein BMW Gewand tragen will, ohne das
passende Motorrad zu besitzen - und das wäre nunmal eine BMW. Mit seiner
CB1000R auf den Straßen unterwegs, prangt vom Oberarm ein großer, blau-weisser Propeller, der die Honda Clubkarte in Fetzen reißt. Doch im
Gegensatz zu den Bekleidungslinien einiger japanischer, italienischer,
britischer und österreichischer Motorradmarken, die sich durchwegs in die
Farbe des Hauses getunkt, stolz mit großformatigen Logos auf dem Stoff
präsentieren,
findet man diese auf den meisten Anzügen aus München - so auch beim Comfort
Shell - nur, wenn man ganz genau hinsieht. Eigentlich also
Understatement vom Feinsten. Kenner wissen Bescheid und
Marken-Fremdgeher müssen sich nicht mehr schämen. Man will schließlich
nicht auf hochwertigste Fahrerausstattung verzichten, nur weil man
gerade nicht das passende Motorrad zur Jacke hat.
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Klettverschlüsse an Hand- und Fußgelenken. So passen
die Handschuhe über die Ärmel und
die Hosenbeine über die Stiefel. Kalter Wind und Regen müssen
draußen bleiben. |
| Kein Grund
also, auf BMW Kleidung zu verzichten, denn sie hat jede Menge zu
bieten. Da wäre zunächst einmal die Passform. Jacke und Hose passen besser
als der Armani Anzug, den ich nie hatte. Wo andere Hersteller zu
großzügig bemessenen Schnitten neigen, schneidet BMW perfekt auf die
Figur. Bei einer Körpergröße von 1.80 m und einem Gewicht von 75
Kilogramm gibt es am Comfort Shell in Größe 50 keine einzige Stelle, die ich ändern lassen würde.
Bisher war ich es gewohnt - ob bei Ski- oder Motorradanzügen - daß
alles etwas weiter ausfällt. Mich störte immer dieses gewisse XXL-Gefühl,
das ich als nicht mehr zeitgemäß erachte und wie es auf einem Motorrad
sowieso nichts verloren hat. Man bietet dem Wind nicht nur eine größere
Angriffsfläche, sondern erhöht zudem die Verletzungsgefahr bei
einem Sturz.
Auch wenn man selbst ein XXL-Format darstellt, sollte man darauf achten, daß die Kleidung eher
eng am Körper anliegt. Eventuelle Unterzieher und ein Fleecepulli
für kältere Tage, sowie das Cordon im Wirtshaus sollten bei der Wahl der
Größe allerdings miteingerechnet
werden. |
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Zwei Reißverschlüsse halten den Körper bei
Schlechtwetter warm und trocken. |
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Mittels Zipp verschließbare Be- und Entlüftungsschlitze an Brust
und Schultern. |
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Zudem
habe ich noch nie einen so universellen Anzug wie den Comfort Shell getragen. Was die Vielseitigkeit der Einsatzzwecke
betrifft, stellt der Comfort Shell quasi die 1200 GS der bayrischen
Bekleidungslinie dar. Getragen habe ich ihn bei 0 bis 40 Grad, bei
Sonne wie bei Wind und Wetter. Am Neusiedlersee auf 115 m Seehöhe, wie in
den französischen Alpen auf über 2.600 Metern, auf dem Motorrad wie in
der Freizeit, weil er durch seine Elastizität, wie man sie von
wasserdichten Jacken und Hosen nicht gewohnt ist, sehr angenehm und
unkompliziert zu tragen ist. An seine Grenzen stieß
die Membran nur bei über 30 Grad im Stoßverkehr auf der Strada del Sole
und bei der Fahrt durch den glühenden Höllentunnel von Fréjus
(geschätzte 40+).
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Aussentaschen: Wasserabweisend, aber nicht -dicht. |
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Das Tannenzapfenprinzip. Zumachen, um das Eindringen
von Feuchtigkeit zu verhindern, aufmachen, um Wärme und Feuchtigkeit
abführen zu können. Von BMW künstlich nachgemacht und mit dem
Namen "c_change" getauft. |
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Auf meiner Tour nach Frankreich und über die französischen Alpen
lieferte der Anzug seine Reifeprüfung ab. Neben starker Hitze unter
gleißender Sonne in der Tiefebene mußte er in den Alpen mit starken
Temperaturschwankungen zurecht kommen, verursacht durch enorme
Höhenunterschiede. An den 4 Tagen meiner Reise erlebte ich Differenzen
von mehr als 30 Grad - und trug dabei immer die selbe Kleidung. Die
c_change Membran sorgte tatsächlich immer für das richtige Klima, wenn
es zu heiß wurde, öffnete ich zusätzlich an Brust und Schulterblättern
die Lüftungsschleusen. Trotzdem muß man anmerken, daß man sich in der Kombi, die sich mittels
Reißverschluß zu einem Teil verbinden läßt, unter normalen Bedingungen
am wohlsten fühlt (über 10 und unter 30 Grad). Ob es dabei regnet oder
nicht, ist Nebensache, der Anzug ist absolut dicht. Nur Handy und
Geldbörse sind in den beiden Innentaschen besser aufgehoben, als in den
lediglich wasserabweisenden Aussentaschen. Für den Winter in Sibirien
und den Sommer in der Sahara gibt es aber passendere Kleidung. |
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Das Comfort Shell Material arbeitet zwar wie eine
Mimose, ist aber hart im Nehmen. Kommt mit allen Witterungsbedingungen
zurecht und ist trotz Wasserdichtigkeit elastisch, leicht und angenehm zu
tragen. |
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Bei allem Komfort hat man nicht auf die Sicherheit vergessen, die bei
BMW bekanntlich besonders groß geschrieben wird. Der Anzug ist mit
biegsamen, weichen aber extrem belastbaren NP-Protektoren ausgestattet,
die überdurchschnittlich viel Energie von einem Aufprall abfedern. Sie
wurden von BMW Motorrad in Zusammenarbeit mit Biomechanikern, Medizinern
und Unfallforschern entwickelt. Die Aufprallenergie wird verzögert
absorbiert, wodurch Kraftspitzen in der Restkraft vermieden werden.
Die Protektoren befinden sich bei der Jacke an Ellenbogen, Schultern und
am Rücken, bei der Hose an den Hüften und an den Knien. Obwohl sich die
NP-Teile ohnehin dem Körper anpassen und kaum spürbar sind, kann man
sie, zum Beispiel für das Tragen der Jacke in der Freizeit, einfach
herausnehmen. Ich habe nur den Rückenprotektor entfernt, weil ich
sowieso immer einen darunter trage. Das Obermaterial des Anzugs
besteht aus abriebfestem und trotzdem dehnbarem Duratec. |
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Die NP-Protektoren, hier sichtbar gemacht
beim Anzug Rallye 2 Pro. |
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Das tolle an dem Anzug ist, daß er sich nicht wie herkömmliche
Motorradkluft anfühlt, sondern wie ganz normale, leicht-luftige
Freizeitkleidung. Die Hose trage ich zwar wirklich nur beim
Motorradfahren, die Jacke jedoch gerne auch zum Spazierengehen, in der
Stadt oder zu einem Ausflug bei wechselhafter Wetterlage. Auf einer
Ausfahrt muß man sich nun nicht länger an den Zwischenstopps in der
vollen Montur, wie in einer Ritterrüstung, abquälen, oder versuchen, sich
seiner gesamten Garderobe zu entledigen, sondern kann sich ganz normal
frei und unbeschwert bewegen. Und trotz allem bietet der Comfort Shell
Schutz vor Wind und Wasser und Sicherheit bei ungewolltem
Bodenkontakt. Absolut zu empfehlen! |
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Anzug
Comfort Shell |
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| Die Jacke des Comfort Shell ist in
auffallend-frischem Blau und zurückhaltend-schlichtem
Schwarz erhältlich. Einzig die Reflexstreifen in X-Form an den Oberarmen
stechen ins Auge, sollen sie ja schließlich auch. Die kleinen, ausweisenden
Embleme links und rechts an der Hüfte sind kaum zu sehen. Die Hose gibt
es nur in Schwarz. Auch sie trägt ein kleines Logo an der Seite und
Reflektoren im Kniebereich. Ein schlichtes Erscheinungsbild, das die
wahren Werte der Kombination zu verbergen weiß. Understatement statt
Statussymbol. So hab ich es am liebsten. |
| Beschreibung |
Sportlicher,
wasserdichter Tourenanzug. Zeichnet sich durch einzigartiger
c-change Membran und elastisches Obermaterial durch
höchstmöglichen Klima- und Tragekomfort aus. Herausnehmbare
NP-Protektoren an Schultern, Ellenbogen, Rücken, Knien und
Hüften. 25 Größen, eigener Damenschnitt und 2 Farbvarianten
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| Größen |
Damen: 34 bis 46
Herren: 46 bis 60 bzw. 98 bis 110 |
| Preis |
Jacke: 619.- Hose:
419.- |
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| Interessante Links:
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Text: kot
Fotos: kot, BMW |
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